Die Aussage "Das Gras ist grün" ist urheberrechtlich nicht geschützt, und das mit gutem Grund, erinnert
Christof von Kalle in der
FAZ. Kalle ist Mediziner und
Direktor der Forschungsklinik Luxemburg, wo KI-Anwendungen für die klinische Forschung entwickelt werden. Er kritisiert die EU, weil sie ein Opt-out erlaubt, mit dem sich Rechteinhaber
gegen Data-
Mining wehren können. Doch "das europäische Urheberrecht schützt keine Tatsachen, eine Ideen, keine Erkenntnisse. Geschützt ist allein die konkrete individuelle Ausdrucksform, sofern sie eine
persönliche geistige Schöpfung darstellt. Das ist kein juristisches Detail, sondern zivilisatorische Voraussetzung für freien Diskurs. Ohne diese Trennung gäbe es kein Lernen, keine Wissenschaft, keinen Journalismus." Und darum kann das Urheberrecht auch nicht gegen KI angewendet werden, erklärt Kalle, denn sie kopiert nicht, sondern analysiert, wertet Informationen aus. "Eine KI lernt, dass Gras grün ist, weil diese Information häufig und hoch gewichtet vorkommt - nicht, weil ein Autor sie formuliert hat. Rechtlich ist das
näher am Lesen als am Kopieren." Kalle warnt davor, dass die europäische KI-Forschung damit blockiert werde.