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Peter Nadas: Parallelgeschichten

26.01.2012. Peter Nadas erzählt die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft sind. Meilensteine in diesem gewaltigen Epos sind die ungarische Revolution 1956, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 sowie die dreißiger Jahre in Berlin. Lesen Sie hier einen Auszug aus Nadas' Roman "Parallelgeschichten".
Peter Nadas: Parallelgeschichten
Roman
Aus dem Ungarischen von Christina Viragh

Rowohlt Verlag, Reinbek 2012
1728 Seiten, gebunden Euro 39,95

Erscheint am 16. Februar 2012

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Klappentext: Als die "Parallelgeschichten" 2005 in Ungarn erschienen, wurden sie als ein "Krieg und Frieden des 21. Jahrhunderts" begrüßt.
1989, im Jahr des Mauerfalls, findet der Student Döhring beim Joggen im Berliner Tiergarten eine Leiche. Mit dieser kriminalistischen Szene beginnt der Roman, eröffnet zugleich aber auch die weitgespannte Suche nach dem düsteren Geheimnis einer Familie. Es ist die Geschichte der Budapester Familie Demen und ihrer Freunde, deren persönliche Schicksale mit der ungarischen und deutschen Vergangenheit verknüpft werden. Die historischen Markierungen sind die ungarische Revolution 1956, die nachrevolutionäre Zeit, der ungarische Nationalfeiertag am 15. März 1961 und, rückblickend, die Deportation der ungarischen Juden 1944/45 und die Vorkriegszeit der dreißiger Jahre in Berlin.
Der Roman entwirft ein Panorama europäischer Geschichte, in einer überwältigenden Fülle von Geschichten, die keine realistische Konstruktion zu einer Story vereinen könnte. Die eine große Metaerzählung des Romans jedoch bilden die Geschichten der Körper, die für Nadas zum Schauplatz der Ereignisse werden. Der männliche und weibliche Körper und seine Sexualität prägen die Lebenswirklichkeit der Personen, sie sind das "glühende Magma", das "in der Tiefe ihrer Seele oder ihres Geistes ruhende Zündmaterial", das die Parallelgeschichten zur Explosion bringt.

Zum Autor: Peter Nadas wurde 1942 in Budapest geboren und mit 16 Jahren Vollwaise. Nach einem Chemiestudium arbeitete er als Fotoreporter und Journalist. 1967 veröffentlichte er einen ersten Band mit Erzählungen. Sein erster Roman, "Ende eines Familienromans" (1979), wurde in Ungarn erst Jahre nach seiner Vollendung publiziert, da Nadas der Zensur als unerwünschter Autor galt. 1986 erschienen sein opus magnum "Buch der Erinnerung". Nadas wurde u.a. mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur (1991), dem Kossuth-Preis (1992) und dem Leipziger Buchpreis (1995) ausgezeichnet. Er lebt in Budapest und Gombosszeg.

Zur Übersetzerin: Christina Viragh, geboren 1953 in Budapest, emigrierte 1960 in die Schweiz und lebt heute in Rom. Sie ist korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und Übersetzerin von Peter Nadas, Sandor Marai, Imre Kertesz, Alain-Fournier und anderen.
Als Schriftstellerin sind von ihr die Romane "Unstete Leute" 1992, "Rufe von Jenseits des Hügels" 1994, "Mutters Buch" 1997, "Pilatus" 2003 und "Im April" 2006 erschienen.

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