Stichwort

Friederike Mayröcker

7 Artikel

Hörnerschwung

Tagtigall 12.07.2014 […] Ziegen hütet und für sein Schreiben, wie er sagt, "ambulanten Anschauungsunterricht, Studien in Wahrnehmung, Rhythmus und Weitblick" erhält. Kein Wunder dass die langjährige Dichter-Freundin Friederike Mayröcker in einem Motto ihres jüngsten Bandes "études" sein "woher Fleisch des Gedichts" zitiert; dann beginnt ihr Vers: "und bin im freien Fall: bin Schwalbe Zeisig Drossel". Lange hält die Kamera […] unentbehrlicher Wert in der Welt, vor der wir heute stehen. Eine Welt, die nicht mehr weiß ist und es nie wieder sein wird." Nicht weiß, nicht schwarz - ein Drittes eben. *** Zum Weiterlesen: - Friederike Mayröcker, études, Suhrkamp 2014. - Esther Kinsky, fremd sprechen, Matthes & Seitz 2013. - Esther Kinsky, naturschutzgebiet. Gedichte und Bilder, Matthes & Seitz 2014. - Bodo Hell, Omnibus. Texte von […] Von Marie Luise Knott

Ratlos: Deutsche Lyrik in der sexuellen Kampfzone

Essay 24.12.2008 […] der Sexualdramaturgie nichts geändert. Die Liebe als ewiges Thema scheint sich in der Lyrik auf ewig gleiche Weise niederzuschlagen, bringt jedenfalls nur ausnahmsweise - bei Paul Wühr, bei Friederike Mayröcker - Intonationen zum Tragen, die sich als unverwechselbar behaupten können. Was als einmalig und einzigartig erlebt wird, erweist sich, in Verse gesetzt, zumeist als stereotypisch und entspricht […] Von Felix Philipp Ingold

immer abseits der Bahn -Thomas Kling zum Gedächtnis

Essay 05.04.2005 […] gerade von einem Auftritt zurückgekommen, vollgepumpt mit Drogen. Friederike Mayröcker hatte eine eigene Sitzecke dort. Und man wurde von einem Ober, der damals noch weiße Handschuhe trug, aufgerufen und zu ihr hingeführt. Fünfundvierzig Minuten lang haben wir miteinander geredet. " Und dann? Dann gibt Thomas Kling Friederike Mayröcker und fragt sich selbst im schönsten Wienerisch: "Sagen Sie, schreiben […] lieber gleich zwei Sorten Wienerisch gelernt, vorsichtshalber. Und auch sehr schnell herausgefunden, "wo man wie keinesfalls reden darf, damit man keinen auf die Schnauze kriegt." Der Kontakt zu Friederike Mayröcker kam dann um ein paar Ecken zustande, ihre Telefonnummer erhielt der bisweilen in der Vorlesung von Wendelin Schmidt-Dengler aufkreuzende Student von dem renommierten Professor höchstselbst. […] Genauigkeit bestand und der Kritik Fehler nachweisen konnte. Und sich trotzdem unaufhaltsam in die vorderste Reihe deutschsprachiger Lyrik schrieb. "Poesie Gratwanderer, Poesie Lunatiker", so hat Friederike Mayröcker Thomas Kling in der Zeit beschrieben, "mit dem Selbstauslöser Sprachbilderkataloge generierend, er selbst in kunstanarchischer Pose davor, nämlich als Magier einer ins nächste Jahrtausend weisenden […] Von Gabriele Weingartner