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Heinrich von Kleist

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Vorgeblättert 13.08.2007 […] Thomas Mann im Jahre 1954.(2) Heinrich von Kleist hat bis in seinen Tod hinein eher die Bürde als die Würde seines Namens empfunden. Seine Familie aber, deren Erwartungen er nicht ent­spre­chen konnte, hat sich seiner nach diesem Tod und gerade deswegen ja eben auf lange Zeit eher geschämt als gerühmt. An jenem 10. Oktober des Jahres 1777, einem Freitag, als Heinrich von Kleist in Frankfurt an der Oder […] Regiments Fried­rich Wilhelm von Forcade, welcher im Jahre 1778 starb",(8) gestiftet hatte. Im Jahr zuvor war er es gewesen, der am 27. Oktober, an der Spitze einer Schar von adligen Pa­ten, Heinrich von Kleist in der Frankfurter Gar­ni­sons­kirche aus der Taufe gehoben hatte. Regimentskommandeur und Stadtkommandant zu diesem Zeitpunkt war Her­zog Leopold von Braunschweig, ein Neffe Friedrichs des Großen […] Kinder zwischen sech­zehn und vier. Sie wur­den fünf Jahre später Vollwaisen, als Juliane von Kleist am 3. Februar 1793 früh 5 Uhr einem "Ent­zün­dungs­fieber" erlag. Beim Tode des Vaters war Heinrich von Kleist zehn Jahre und acht Monate alt, beim Tode der Mutter fünf­zehn Jahre und vier Monate. Da aber war er bereits seit etwas mehr als einem hal­ben Jahr Soldat. ----------------------------------------- […]

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Vorgeblättert 13.08.2007 […] wird. Mit ihm ist eine Rolle in der Gesellschaft festgelegt, wobei der Familienverband den ideellen Besitz hütet und den materiellen verwaltet, was zu manchen Interessenkollisionen führen kann. Heinrich von Kleist hat es mehrfach an sich erfahren müssen, aber an die Autorität der Instanz Familie blieb er gebunden, und das nicht allein um des Geldes willen. Der Wunsch, ein guter Mensch zu werden, etwas […] dann noch einmal Urlaub nach Frankfurt erhalten; nach ihrer Beerdigung mußte er seinem Regiment in den Krieg nach­reisen, denn der breitete sich inzwischen über den Westen Deutschlands aus. Heinrich von Kleists Kindheit war zu Ende. ---------------------------------- (12) DKV, Bd. 3, S. 140-142. (13) DKV, Bd. 4, S. 320. (14) Vgl. Stephens, Sprache, S. 91. (15) Zu den Unsicherheiten der Datierung vgl […]

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Vorgeblättert 13.08.2007 […] 2. Wer will unter die Soldaten Von Anfang Juni 1792 bis Anfang April 1799 war Heinrich von Kleist aktiver Soldat der königlich-preußischen Armee. Das waren sechs Jahre und zehn Monate zwischen vierzehn und einundzwanzig, in einem Lebensalter, in dem sich die körperliche, intellektuelle wie emotionale Entwicklung eines Knaben zum jungen Mann zu vollziehen pflegt, prägende Jahre auf dem Wege zu Se […] Unterordnung, wie notwendig oder zumindest erklärbar sie auch sein mögen, werden um so lästiger fallen, je geistig unab­hängiger die davon Betroffenen sind. Das aber war nun wirklich der Fall bei Heinrich von Kleist. Das Dilemma, in das er bald mit seiner sich erst entfaltenden eigenständigen Persönlichkeit geriet, wenn er der Fami­lien­tradition treu die Offi­ziers­laufbahn einschlug, ist im Rückblick leicht […] Krieg. In dessen Ent­fes­selung von Rauheit, Roheit, Gewalt, Gier, Leiden, Angst und Tod, aber auch durch die intensive Erfahrung mancher Kameradschaft und Hilfsbereitschaft in der Not erfolgte Heinrich von Kleists Initia­tion in das Offiziersdasein als Erwachsenenleben. Formell begonnen hatte dieser Krieg im April 1792 mit der französischen Kriegs­erklärung an Preußen und Österreich, die sich zu einer […]