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Heinz Erhardt

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Eine Kriegsmaschine

Vom Nachttisch geräumt 01.08.2005 […] ne jagt durch die Zeilen und selbst, wenn sie einmal aus dem Takt kommt, tut sie das aus Koketterie. Sie stellt ihr Licht gerne so unter den Scheffel, dass es besonders hell strahlt. Darin war Heinz Erhardt Meister. Er war nicht nur die Inkarnation des bundesrepublikanischen Wirtschaftswunders, sondern auch immer wieder dessen überraschend sarkastischer Beobachter. "Das glückliche Leben. Nein, wir […] wurden länger, und wir wurden immer fetter und die Städte immer enger. Geld gab's viel für wenig Arbeit. Alles gab's im Übermaße: Freiheit, Fernsehn, Ferienreisen - und die Toten auf der Straße." Heinz Erhardt war der erfolgreichste Dichter der frühen Jahre der Bundesrepublik. Er war es so offensichtlich, dass - nach dem Poeschen Gesetz aus dem "verlegten Brief", das besagt, man versteckt eine Sache am […] verzichten, von ihm auch nur Notiz zu nehmen. Desto schöner das Nachwort des Thomas Mann- und Andersen-Herausgebers Heinrich Detering, der sich auf "offenbare Geheimnisse" versteht. Er versucht nicht, Heinz Erhardt dem Kalauer und dem Variete zu entreißen. Er zeigt vielmehr, wie sehr Erhardt beides war: Pausenclown und Dichter. Und wie die eine Begabung die andere förderte und hinderte. Aber gerade in Erhardts […] Von Arno Widmann