Stichwort

Comics

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Efeu 16.06.2021 […] Die meisten biografischen Comics, die gerade auf dem Markt boomen, sind an und für sich eher mediokre, mit Marktkalkül entstandene Auftragsarbeiten - dennoch werden sie in den Feuilletons rauf und runter besprochen, wundert sich Christian Gasser in der NZZ. Zwar sind auch die Superseller unter den biografischen Comics "beileibe nicht schlecht, doch vermitteln sie kaum neue Einsichten, auch keine e […] an Comicbiografien ein überwunden geglaubter kulturkritischer Reflex zum Ausdruck kommt. Comics sind akzeptabel, solange sie pädagogisch und didaktisch wertvoll zu sein vorgeben, also nicht allein der Unterhaltung dienen, sondern auch der Wissensvermittlung." Als Positivbeispiel erwähnt Gasser übrigens die Comics von Reinhard Kleist. Weitere Artikel: Im Standard porträtiert Amira Ben Saoud Vea Kaiser […]
Magazinrundschau 09.10.2020 […] Comic-Hexenmeister Alan Moore ist schon ein fabelhafter Grantler. Einst sang er ein Loblied auf den Comic und erforschte dessen Möglichkeiten und Komplexitäten, während er die Filmindustrie mit Hass und Spott übersäte. Seit 2018 hat er sich vom Comicschreiben zurückgezogen und es wird auch wirklich und tatsächlich nichts Neues mehr von ihm geben, unterstreicht Moore, der stattdessen nun einen Inde […] Leute aus der Mittelschicht, aber das Medium war einfach nie als Hobby für Menschen in den besten Lebensjahren gedacht. Es sollte ein Medium für Leute ohne Kohle sein. Die meisten Menschen setzen heute Comics mit Superheldenfilmen gleich. Das macht es für mich nur noch problematischer. Ich habe seit Tim Burtons erstem Batman-Film keinen Superheldenfilm mehr gesehen. Sie haben das Kinos vernichtet und bis […]
Efeu 18.07.2018 […] gegenwärtige Vielfalt und Qualität der Comics hat mehrere Ursachen. Ein wesentlicher Grund ist das Selbstverständnis der Comic-Schaffenden, das sich in den letzten 25 Jahren grundlegend verändert hat. Sie haben ihre Rolle als Dienstleister ihrer Figuren und Verlage abgelegt und verstehen sich heute als Autoren. Erst dieses Selbstbewusstsein ermöglichte es, die Comics von ihrer stereotypen Formelhaftigkeit […] keit zu befreien. In diesem Prozess spielte der 1964 geborene Lewis Trondheim eine zentrale Rolle, und so gilt er bis heute als Inbegriff des modernen Comic-Autors." Weitere Artikel: Der Vorwurf sexueller Übergriffe hat den israelischen Schriftsteller Ari Shavit vor ein paar Jahren zum Verstummen gebracht. Ein großes (hinter einer Paywall verstecktes) Interview in Haaretz markiert jetzt seine Rückkehr […] Besprochen werden unter anderem Johannes Franzens Studie "Indiskrete Fiktionen. Theorie und Praxis des Schlüsselromans 1960-2015" (Tagesspiegel), Waguih Ghalis "Snooker in Kairo" (NZZ), Alberto Breccias Comic "Lovecraft" (taz), Ananij Kokurins "Der Tisch" (FR), Sabine Haupts "Der blaue Faden - Pariser Dunkelziffern" (NZZ), Mike Wilsons "Rockabilly" (ZeitOnline), Meg Wolitzers "Das weibliche Prinzip" (Berliner […]
Magazinrundschau 15.06.2018 […] Gefährlichkeit." Comic und Film waren von Anfang an die Medien des demokratischen Kapitalismus, schreibt Georg Seeßlen in einer kurzen Geschichte der niederen Kultur, und beide tragen das Wild-Anarchische wie das Disziplinierende in sich: "Eine vielleicht nicht allzu verwegene These: Die kapitalistisch-demokratische Moderne benötigt noch vor den Inhalten die Wahrnehmungstechniken von Comic und von Film […] Film zur Einübung der notwendigen Dynamik. Comics und Filme entsprechen nicht nur der zweiten Industrialisierung, dem Fordismus, sie schaffen auch eine ästhetische Grundlage dafür. Donald Duck und Laurel & Hardy bekommen nicht nur Prügel, wie Theodor W. Adorno missmutig anmerkt, damit sich das Publikum an die eigene Prügel gewöhnt, sie lernen auch, sich im Tempo der neuen Zeit zu bewegen, oder zeigen, […] wie man dabei scheitern kann, um sogleich wieder aufzustehen und weiterzumachen. Comics und Filme waren auch deshalb so notwendig, weil sich die bürgerliche Kunst der technischen und ökonomischen Modernisierung der Lebenswelt weitgehend entzog. Sie erstarrte, zum Beispiel in der Abstraktion, auf grandiose Weise, sie löste sich von Konventionen und Traditionen, aber der Teil von ihr, der den Blick […]
Efeu 14.07.2016 […] eld entrichten, bevor er den Urhebern seines eigenen durchökonomisierten Lebensstils entgegentritt." Die Schirn-Ausstellung "Pioniere des Comic - Eine andere Avantgarde" hat bereits für viel Aufsehen gesorgt und, was ihre These betrifft, nach der sich im Comic des frühen 20. Jahrhunderts bereits ästhetische Strategien der späteren Avantgarden abzeichnen, viel Zustimmung erfahren (siehe unser Resümee) […] zu begreifen als "vielmehr auf einen sensiblen Umgang der Zeichner mit den damaligen gesellschaftlichen Diskursen zurückzuführen." Die ausgestellten Comics hätten es nicht nötig, "avantgardistisch, bahnbrechend oder eben Kunst sein zu wollen. Der Comic ist ein Medium, das die Scharade des Alltäglichen betreibt, um weiterhin subversives Wissen in Millionen Haushalte zu transportieren." Peter Keetman […]