Stichwort

Elias Canetti

12 Artikel

So viel Hoffnung

Vom Nachttisch geräumt 16.07.2019 […] Eine Auswahl von Briefen von Elias Canetti (1905-1994). Briefe befriedigen meine voyeuristischen Interessen. Wenn man zum Beispiel vergleichen kann, wie ehrfurchtsvoll Elias Canetti über Theodor W. Adorno schreibt, wenn er an ihn schreibt, und wie anders es klingt, wenn er einem anderen über Adorno schreibt, ist man kuriert von der Idee, man könne die Meinung eines Menschen seinen Äußerungen entnehmen […] . Man kann sich entweder für weltweit einmalig oder für vergackeiert halten. So sehr jeder von uns zu ersterem - mit guten Gründen - neigt, so wenig wird er Canetti diese Einsicht zutrauen. Elias Canetti. London 1959. Aus dem besprochenen Band. Copyright: Canetti Erben Zürich über Carl Hanser Verlag Am 24. März 1970 schreibt Canetti an den Chefredakteur der Neuen Rundschau über den damals viel […] werden. Ich habe sie gesehen, mit ihnen gesprochen, sie angehört. Sie haben zumindest eines: einen Instinkt für das, was Befehle sind, und eine Einsicht in die Gefahr starrer Pläne und Ziele." Elias Canetti: Ich erwarte von Ihnen viel - Briefe, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Sven Hanuschek und Kristian Wachinger, Carl Hanser Verlag, München 2018, 864 Seiten, s/w-Fotografien,42 Euro […] Von Arno Widmann

Frühjahrsbücher 2014: Sach- und politische Bücher

Bücher der Saison 18.04.2014 […] amerikanische Politiker 1942 vergeblich über die Shoah aufklärte, und Tom Reiss' Buch "Der schwarze General" (bestellen) über das Leben des wahren Grafen von Monte Christo Alex Dumas. Philosophie Elias Canetti hat den Tod nicht gescheut oder gefürchtet, er hat ihn abgrundtief gehasst. Wie Martin Meyer in der NZZ schreibt, war er für ihn der "totale Tiefpunkt einer letztlich verfehlten Schöpfung". "Das […]

Leseprobe zu Robert Kindler: Stalins Nomaden. Teil 2

Vorgeblättert 03.03.2014 […] Wasser, wird Vieh geschlachtet. Zu diesem Ort des Schlachtens schleichen die Hungernden. Wem es gelingt, der trinkt das Blut der Tiere …"(30)      In seiner klassischen Studie "Masse und Macht" hat Elias Canetti darauf hingewiesen, welche Folgen die ständige Bedrohung durch Gewalt und Hunger für "Fluchtmassen" hat. Solche Gruppen seien zunächst durch ein außerordentlich hohes Maß an innerem Zusammenhalt […]

Die Matrix und ihre Feinde

Essay 17.06.2013 […] ltung (als anthropologisches Potential); und überall dort, wo es Einzelnen gelingt, an die Spitze einer Hierarchie zu gelangen, stellen sich paranoide Reflexe zum Zweck der Machterhaltung ein. Elias Canetti bezeichnet Paranoia deshalb als eine "Krankheit der Macht"[15]. Völlig unerforscht sind bislang indes die Erscheinungsformen einer generalisierten Paranoia, wenn sie zum strukturierenden Weltmodell […] Die spezifisch islamische Verschärfung des paranoiden Glaubenssyndrom habe ich an anderer Stelle analysiert: "Schläft ein Krieg in allen Köpfen", in: Merkur 1/2002; hier online abrufbar. [15] Elias Canetti: "Herrschaft und Paranoia". In: "Masse und Macht" (1. Aufl. 1960). [16] Vgl. die bedrückende Bestandsaufnahme von Victor und Victoria Trimondi: "Krieg der Religionen", München 2006. [17] "Zorn […] Von Daniele Dell'Agli

Vom Nachttisch geräumt

Vom Nachttisch geräumt 02.09.2003 […] Schirmer/Mosel, München 2003, 432 Seiten, 602 Abbildungen in Duotone und Farbe, 78 Euro ISBN 3-8296-0068-2 Erzählte Theorie Es ist einer der bedeutendsten Essays des Zwanzigsten Jahrhunderts. Elias Canettis "Masse und Macht" hat 550 Seiten, ein räsonierender Text, nein, ein verschlungenes Gestrüpp von Texten, von denen jeder für sich seit Jahrzehnten immer wieder neue Generationen fasziniert. Der […] ist großartig. Theorie wird deutlich als Erzählung. Der Autor dramatisiert seine Einsichten. Nichts wird nur erkannt. Alles wird erlebt. Der Diskurs über "Masse und Macht" zeichnet nur auf, was Elias Canetti als Masse und Macht erlebt. Er ist Masse und Macht wie Flaubert die Madame Bovary war und Monsieur Bovary und der Liebhaber und das Dienstmädchen. Wenn Canetti offene und geschlossene Massen, Hetz- […] wieder zu Füßen des Erzählers sitzen und ihm zuhören können. Wie damals, als er noch einer staunenden Öffentlichkeit von Gilgamesch, von Odysseus, von Scheherazade und von Gregor Samsa erzählte. Elias Canetti, Masse und Macht, Hoffmann und Campe, Hörbücher, Hamburg, Radio-Lesung von 1959, 3 CDs, 239 Minuten, 8-seitiges Booklet, 22,90 Euro ISBN 3-455-32017-1. Graz Der prächtigste Führer durch […] Von Arno Widmann