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Max Brod

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Vorgeblättert

Vorgeblättert 11.08.2005 […] Welt des Judentums, dessen religiöse Sagen, Geschichten und Handlungsanleitungen ursprünglich mündlich überliefert waren. Über das Gespräch gewinnt Kafka durch Bekannte und Freunde wie Hugo Bergmann, Max Brod, Felix Weltsch, Jizchak Löwy, Martin Buber und Jiři Langer Einblicke in die Erzählwelten der jüdischen Religion. Daß deren Muster die Texte des Landarzt-Bandes, den Proceß-Roman und das Spätwerk geprägt […] der frühen Wirkungsgeschichte in den 30er Jahren noch zu erregten Diskussionen herausforderte, bildet inzwischen selbst, so scheint es, eine versinkende Schicht der Überlieferung: die Tatsache, daß Max Brod 1924 Kafkas Testament mißachtete und gegen seinen Willen (aber im Bewußtsein seiner innerlichen Zustimmung) die nachgelassenen Arbeiten - darunter die drei Romane, Prosaskizzen der Oktavhefte und […] Zusammenhängen erschlossen worden ist. Es gehört jedoch zu den eigenen Gesetzen von Kafkas psychischer Disposition, daß er solche dialektischen Vorgänge der Umkehrung sehr genau gesteuert hat. Wenn er Max Brod mit der Auslöschung seiner Texte beauftragte, so wußte er, daß der Freund, der seine Arbeit wie kaum ein anderer bewunderte, seinem Wunsch nicht entsprechen würde. Die Bitte um Vernichtung der Manuskripte […]

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Vorgeblättert 11.08.2005 […] boxt, wiederholt, zögert Felice Bauer mit einer weiteren Antwort. Erst Anfang Oktober 1912 schickt sie einen Brief nach Prag, der jedoch verloren geht. Mit Hilfe diplomatischer Interventionen durch Max Brod und seine Schwester Sophie Friedmann, die der besorgte Kafka als Boten und Mittler einsetzt, wird der profane Grund für das vermeintliche Schweigen der Berliner Korrespondenzpartnerin ausgeforscht […] von Nervositäten' beherrscht. Mehrfach beschließt er, weil er Felices Antworten falsch gedeutet hat, den Kontakt abzubrechen. Mitte November sorgt erst die Intervention des nach Berlin gefahrenen Max Brod für die Aufklärung eines Mißverständnisses (offenkundig hatte Felices Bemerkung, Kafka sei unzufrieden und seiner selbst nicht sicher, schwere Irritationen bei ihm ausgelöst). So gehorcht die Dramaturgie […]

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Vorgeblättert 11.08.2005 […] Berlinerin. Als Motiv gibt sie an, daß sie sich für ihre Indiskretion entschuldigen wolle -ein rhetorischer Trick, der auch von Kafka selbst hätte stammen können. Felice ist so irritiert, daß sie zunächst Max Brod einschaltet, der Kafka am 21.November vom Verhalten seiner Mutter informiert. Zwar muß er Brod geloben, die Sache nicht allzu schwer zu nehmen, doch kommt es noch am selben Abend zu "einem fast gänzlich […] Briefwechsel mit Felice setzt in jener Lebensphase ein, da er sich der Singularität seiner Junggesellen-Rolle, welche die Texte der Betrachtung noch spielerisch durchleuchteten, klar bewußt wird. Max Brod steht kurz vor der Eheschließung mit Elsa Taussig, plant den Umzug in eine größere Wohnung und gibt sich bürgerlich-saturiert. Die Schwester Elli hat am 8.November 1912 ihr zweites Kind - die Tochter […] Werbender, als Charmeur und als Mißvergnügter, als Sohn und als erwachsener Mann. Der Wunsch, ein "Mädchen" durch den intellektuellen Eros der "Schrift" an sich zu binden, den Kafka im Juli 1912 gegenüber Max Brod im Blick auf den Weimarer Flirt mit Margarethe Kirchner formuliert, erzeugt ein kaleidoskopisches Spiel mit Identitäten, die einzig in einem imaginären Raum existieren. Der Brief ist das Medium, das […]