Magazinrundschau - Archiv

DU

22 Presseschau-Absätze - Seite 3 von 3

Magazinrundschau vom 08.11.2004 - DU

Das neue Heft des Schweizer Magazins DU widmet sich dem ganz besonderen Saft, dem Blut...

Höchst spannend liest sich Heide Hollmers Bericht darüber wie es ist, mit einem neuen Herzen ausgestattet zu werden. Gerade mal 35-jährig erleidet die Literaturwissenschaftlerin einen Vorderwandinfarkt mit irreversibler Schädigung und muss auf ein Spenderherz hoffen - mit offensichtlichem Erfolg. Sie hat Glück gehabt, ihr neues Herz liebt den gleichen Mann wie ihr altes. Auch sonst hat sich ihre Persönlichkeit nicht geändert: "Als ein Journalist unter Verweis auf eine Amerikanerin unbedingt von mir hören wollte, dass ich charakterlich eine Symbiose mit meinem Herzspender eingegangen sei, fragte ich eine Ärztin aus dem Transplantationszentrum. Schlagfertig konterte sie: Die Kardiochirurgie arbeite seit längerem schon mit Kuhherzen, aus denen transgenes Gewebe für Klappen gewonnen wird. Bislang habe sich noch kein Patient gemeldet, um sich melken zu lassen."

Des weiteren findet sich exklusive Blut-Prosa in Gestalt zweier Erzählungen von Burkhard Spinnen und von Viola Roggenkamp, von denen leider nur die letztere mit Titel "Herzblut" online einzusehen ist.

Nur im Print: "Zauberhafte" Aufnahmen menschlicher Blutbahnen des schwedischen Fotografen Lennart Nilsson (mehr hier), Werner Burkhardt meditiert über Blut auf den Opernbühnen, Georg Oswald widmet sich der Blut und Boden-Ideologie, und Mathias Böllinger porträtiert den medizinischen Illustrator Gerhard Spitzer.

Magazinrundschau vom 06.09.2004 - DU

DU, das Schweizer Magazin für Kultur, hat seine Septemberausgabe ganz Amerika gewidmet. Der Schriftsteller Charles Simic hat sich aus dem gottfernen New York in den erzfrommen Süden gewagt. Angesichts seiner Eindrücke fragt er sich bange, "wie lange noch" die USA ein säkularisierter Staat sein werden: "Es heißt, als Präsident Bush diesen Sommer den Papst besuchte, habe er versucht, den Vatikan dafür zu gewinnen, ihn bei seiner Wiederwahl zu unterstützen. Bei der religiösen Rechten in den Vereinigten Staaten ist er auf solche Appelle nicht angewiesen. Während der vielen Stunden, die ich in Mississippi und Alabama im Auto unterwegs war und christlichen Rundfunk hörte, drängte sich mir der Eindruck auf, dass die Bibel die beste Informationsquelle zum aktuellen Geschehen und der einzige Führer sei, den man braucht, um seine Entscheidung für die Wahlen zu treffen. Die Kriege, die der Präsident uns versprochen hat, sind dort alle vorausgesagt. Der Antichrist ist unter uns, und er heißt Kofi Annan oder Jassir Arafat." (Diesen und die beiden folgenden Artikel finden Sie online hier - alle untereinander auf einer Seite.)

Peter Haffner führt ein langes Interview mit Joseph S. Nye, dem Dekan der John F. Kennedy School of Government in Harvard. Unter anderem beklagt Nye das "Aufmerksamkeitsmangel-Syndrom" der US-Außenpolitik und erklärt, warum Amerikaner viel "zu ungeduldig" sind, um ein Empire zu errichten. Er sagt aber auch: Europa braucht ein starkes Amerika. William Pfaff, Autor der International Herald Tribune, erläutert kenntnisreich und lesenswert die historischen Gründe dafür, dass Amerika momentan "zerrüttet, zerlegt, gespalten und sogar demoralisiert" ist.

Nur im Print: Martin Kilian porträtiert Tim Russert, den "berüchtigtsten Interviewer" Amerikas. Greil Marcus spricht im Interview über Politik, Kultur, die USA und Europa. Der Politologe Michael Walzer spricht im Interview über die Immigration - el futuro de los Estados Unidos. Jörg Häntzschel hat Yale University, Ltd. besucht. Und Ted Halstead und Michael Lind machen Vorschläge für eine amerikanische Sozialpolitik im 21. Jahrhundert.