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Wörterbücher im Netz

11.09.2001. leo, wordreference, eurodicautom, zeres, from language to language, wortschatzlexikon - auf der Suche nach Internetwörterbüchern. 
Ein wenig enttäuscht sind wir schon. Da glaubt man sich im Internet gut aufgehoben, wenn es darum geht, sich einen kleinen Fundus an Online-Wörterbüchern zurecht zu "bookmarken". Und natürlich findet sich auch einiges.

Mit Angeboten zum Englischen und den romanischen Sprachen scheint man erst einmal gut versorgt, auch skandinavische und außereuropäische Sprachen sind im Internet vertreten. Spezial- und Fachwörterbücher, Fremdwörterbücher oder solche zu Szenejargons gibt es durchaus. Und auch mit Exotischem kann die Web-Welt aufwarten. Wer sich vielleicht fragen mag, wozu ein altokzitanisches Wörterbuch?, kann es sich einfach mal anhören.

Web-Kataloge bei google oder yahoo oder Linksammlungen, die z.B. die Websites der Bibliotheksverbünde anbieten, halten Hinweise in schöner Übersichtlichkeit bereit.

Aber der schmerzlichen Mängel sind gar viele: Erst einmal die Zahl der Einträge. Die wenigsten bringen es auf mehr als 10000 oder 15000 Stichwörter (zur Information: unser aller liebgewordenes Langenscheidt Schulwörterbuch bringt es doch immerhin bereits auf 80.000 Stichwörter). Das mag reichen für erste Orientierungen im Alltag, aber nicht für die präzisen Anfragen unseres Berufslebens. Und schon gar nicht für unsere subtileren kulturellen oder wissenschaftlichen Ansprüche.

Auch die Suchoptionen sind bei den meisten Online-Wörterbüchern nicht sehr ausgereift. Zumindest eine bidirektionale und - wichtiger noch - eine schreibungstolerante Suche sollte es geben. Ganz hilfreich ist darüber hinaus die Möglichkeit, nach Phrasen oder Wortanfängen bzw. -enden suchen zu lassen.
Auch was wollen wir noch?: eine komfortable Menge von Synonymen, Anwendungsbeispiele, idiomatische Ausdrücke und Redewendungen und kleine Auswahl an Fachwortschatz der wichtigsten Sachgebiete, daneben Erläuterungen zur Sprachebene. Was wir natürlich genauso brauchen, sind grammatische Angaben, etwa solche zur Flexion der Wörter oder zur Silbentrennung, am besten wären gleich unregelmäßige Formen als separate Stichwörter.

Ist das nun alles zuviel verlangt? Anscheinend ja, zumindest wenn es sich um nicht-kommerzielle Angebote handeln soll.

Aber wir freuen uns, mit LEO's (kein Szene-Bistro!) unsere erste Adresse für allerlei englisch-deutsch-englische Anfragen anzeigen zu können. Über 260000 Einträge, differenzierte Suchoptionen und eine stattliche Synonymliste mit Beispielkombinationen befriedigen uns jeden Tag auf's Neue. Auch der mittlerweile ähnlich umfangreich gewordene Service der TU Chemnitz für's Englische ist wärmstens zu empfehlen.

Ansonsten behelfen wir uns mit folgenden Wörterbüchern, die allerdings kaum mehr hergeben als Ein-Wort-Suchen mit sehr eingeschränkten Suchmöglichkeiten: WordReference.com und Eurodicautom sind Online-Wörterbucher für einige europäische Sprachen. ZERES gibt eine Auswahl aus seinem käuflichen Programm: neben Englisch auch Französisch, Spanisch und Italienisch. From language to language bietet daneben noch Türkisch und Russisch an. Auch bei Ungarisch und Indonesisch lässt man uns nicht ganz im Stich.

Aber: Mit deutsch-deutschen Fragen sollte man sich ans grandiose wortschatz lexikon wenden. 6 Millionen Wörter, darunter alle möglichen dialektalen Ausdrücke, 15 Millionen Sätze, morphologische, grammatische und Sachgebietsangaben undundund ...