In eigener Sache
Johann-Heinrich-Merck-Preis für Marie-Luise Knott
29.07.2024. Marie Luise Knott, Kolumnistin des Perlentauchers, erhält den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2024. Auch ihre Perlentaucher-Kolumne "Tagtigall" wird ausdrücklich gewürdigt. Die Perlentaucher fühlen sich mit geehrt und gratulieren!
Marie Luise Knott, Kolumnistin des Perlentauchers, bekommt von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung den mit 20.000 Euro dotierten Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2024 verliehen. Der Preis wird zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis am 2. November 2024 in Darmstadt verliehen.
In der Begründung der Jury heißt es: "Den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2024 erhält Marie Luise Knott, die in ihrem weit gespannten Werk als Essayistin, Kritikerin, Editorin, Übersetzerin und Kuratorin die Kunst der minutiösen Lektüre zur Freilegung der politischen und sozialen Energien sowie der Migrationserfahrungen nutzt, die in die Literatur wie in die theoretische Reflexion eingehen. Im Blick auf die späten Jahre der Weimarer Republik deutet sie die ästhetischen Formen als Resonanzräume intellektueller und politischer Radikalisierung. Als Herausgeberin und Interpretin von Schriften und Briefen Hannah Arendts erschließt sie deren Denkwege und Interventionen im Blick sowohl auf den europäischen Antisemitismus und die Erfahrung des Holocaust wie die Debatten über die Sklaverei und den Rassismus in den Vereinigten Staaten. Ihre zugleich anschauliche und präzise Prosa ist von ihrer Arbeit als Lektorin, Redakteurin, Übersetzerin und Übersetzungstheoretikerin geprägt. Als Literaturkritikerin agiert sie im Raum der Weltliteratur, nicht der Nationalliteratur. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der internationalen wie der deutschsprachigen Gegenwartslyrik, mit ihrer digitalen Kolumne "Tagtigall" trägt sie den veränderten medialen Voraussetzungen der Kritik Rechnung. Ihr Werk steht für die Einheit von ästhetisch avancierter und politisch wacher Kritik."
Marie Luise Knott, geboren 1953 in Köln, arbeitete nach dem Studium zunächst als Lektorin in den Verlagen Otto Maier und Rotbuch. Von 1995 bis 2006 leitete sie die von ihr gegründete deutschsprachige Ausgabe der französischen Monatszeitung Le Monde diplomatique. Seither ist sie als freie Essayistin, Kritikerin, Herausgeberin, Kuratorin und Übersetzerin tätig.
Zu ihren Buchveröffentlichungen gehören die Essay-Bände "Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt" (2011), nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse sowie für den Tractatus Preis; "Dazwischenzeiten - 1930. Wege in der Erschöpfung der Moderne" (2017); "370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison" (2022), für den sie mit dem Tractatus-Preis für philosophische Essayistik ausgezeichnet wurde.
Marie Luise Knott ist seit 2009 im Vorstand des Deutschen Übersetzerfonds. Im Perlentaucher hat sie die monatliche Kolumne "Tagtigall" zur zeitgenössischen Lyrik. Als Kritikerin schreibt sie für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunk.
Die Perlentaucher gratulieren voller Stolz und wünschen sich noch viele Kritiken von Marie Luise Knott!
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