Yelizaveta Landenberger
besucht für die
taz Theater im ukrainischen
Odessa und
Mykolajiw, wo trotz Krieg immer noch gespielt wird. Und warum auch nicht? Man kann ja nicht immer weinen. In Mykolajiw steigt sie in den Untergrund, dort "steht an diesem Tag eine französische Komödie auf dem Programm, 'Tout payé!', 'Alles ist bezahlt', von
Yves Jamiaque. Die Stimmung ist gelassen. Die Zuschauer sind allerdings froh, dass die Luftangriffe dem Theaterabend hier im Schutz der stickigen, aber gemütlichen '
Luftschutz-
Bühne' nichts anhaben können. Einmal schon wurde das Theater zum Ziel: Am 22. September 2022 schlug nachts eine S-300 Rakete im Hof des Gebäudes ein ... Obwohl das Geschoss glücklicherweise das Gebäude selbst verfehlte, war der Schaden enorm: Fenster, Wände und Spiegel zerbrachen, Möbel, Computer, Nähmaschinen wurden zerstört, Kostüme beschädigt. Eine im Hof aufgestellte Bacchus-Skulptur
verlor beide Arme. In diesem Zustand steht sie noch heute da, als Mahnmal des Krieges."
Auch
im Kosovo wird Theater gespielt - ohne die Zivilisten zu vergessen, die serbische und jugoslawische Einheiten 1998 ermordeten, aber auch als Projekt der Versöhnung,
berichtet Jakob Hayner in der
Welt. "Es ist nicht zu verlangen, dass das Theater die Wunden der Gewalt heilen könnte. Aber vielleicht kann es in Erinnerung rufen, dass es
Wege aus der Gewalt gibt. Inspiration hat [der Dramatiker Jeton] Neziraj mit seinem neuesten Stück 'Under the Shade of a Tree I Sat and Wept' in Südafrika gefunden - und in der Geschichte des Kosovo. Es geht um die Wahrheits- und Versöhnungskommission nach der Apartheid in
Südafrika und eine Kampagne gegen Blutfehden unter albanischen Familien aus dem Jahre 1990. Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, Gewalt einzuhegen. Und auch zwei
Beispiele für die Zukunft?"
Weitere Artikel: In der
Welt kann Manuel Brug nicht verstehen, dass dem 2012 verstorbenen
Hans Werner Henze bereits das Vergessen droht: In München spielte man kürzlich immerhin noch seine "Englische Katze". Aber anderswo? Flaute. "Besonders übel stößt es freilich
in Berlin auf, auch lange ein Henze-Hot-Spot. Kein einziges der drei Musiktheater erinnert an ihn". In der
FAS porträtiert Wiebke Hüster den Performancekünstler, Choreografen und Tänzer
Michael Laub, dessen neue Arbeit "Snapping 2025/Snap Dance" dieses Wochenende beim "S'Art Urban Art Festival" in Battambang in Kambodscha zu sehen ist.