Zygmunt Bauman, der im Januar 2017 starb, war einer der wichtigsten Soziologen und Denker des 20. Jahrhunderts, der unter anderem den Begriff der flüchtigen Moderne geprägt hat. Gelesen auf allen Kontinenten der Welt, war der als "Kopf der Globalisierungsgegner" und "Prophet der Postmoderne " bezeichnete Gelehrte eine Ausnahmeerscheinung in der Welt der Geisteswissenschaften. In seinem Werk ist - wie auch in diesem Gesprächsband - Politisches und Persönliches nicht zu trennen: Weshalb wir die Fähigkeit zu lieben verlernen oder Mühe mit moralischen Urteilen haben, sind Fragen, deren gesellschaftliche wie individuelle Aspekte Zygmunt Bauman gleichermaßen gründlich auslotet. Intellekt und Engagement, Macht und Identität, Religion und Fundamentalismus, Glück und Moral, Utopie und Geschichte sind einige der Themen, die ihn zeit seines Lebens beschäftigten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.11.2017
Rezensentin Elisabeth von Thadden hat Zygmunt Baumans Gespräch mit Peter Haffner bei allem Pessimismus des Soziologen mit Gewinn gelesen. Denn zum einen blickt die Kritikerin mit den beiden Gesprächspartner gern noch einmal auf Baumans polnisch-jüdisches Gelehrtenleben zurück, zum anderen nimmt sie immerhin die Erkenntnis mit, dass es in dieser dem Untergang geweihten Welt nur noch darum gehen könne, einen erträglichen Platz zu finden. Dass Bauman vor allem auf die Macht von Stadtparlamenten setzte, entnimmt die Rezensentin diesem Band ebenso, wie sie liest, dass der Soziologe zumindest nicht ohne Hoffnung starb.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2017
"Deprimiert" bleibt Rezensent Andreas Zielcke nach der Lektüre dieses Gesprächsbandes zwischen Zygmunt Bauman und Peter Haffner zurück. Muss er doch erkennen, dass sich der im Januar im Alter von 91 Jahren verstorbene Soziologe sein Anliegen, die Welt mit "aufklärerischen Worten" zu verbessern, gescheitert sah. Dass im Dialog zwischen Bauman und dem Schweizer Essayisten und Reporter Haffner wesentliche Erkenntnisse des Soziologen auf ihre Essenz reduziert werden, geht für den Kritiker in Ordnung: Die von "Melancholie und Alterssensibilität" geprägten Texten spannen einen äußerst "wechselvollen biografischen Horizont" auf, lobt er. Dass Haffner Fragen nach Baumans Funktion im polnischen Geheimdienst nach Kriegsende nicht aus dem Weg geht, rechnet ihm der Rezensent hoch an.
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