Herausgegeben von Gangolf Hübinger, unter Mitarbeit von Thomas Gerhards und Uta Hinz. Die Briefe 1875-1886 umfassen Max Webers Lebensphase vom elfjährigen Schüler bis zum Studienabschluss des Einundzwanzigjährigen. Eindrucksvoll lässt sich entlang der 149 edierten und kommentierten Briefe der Bildungsweg des jungen Max Weber im 1871 gegründeten Deutschen Kaiserreich verfolgen: von der Schulzeit am humanistischen Gymnasium in Charlottenburg zu seinem rechtswissenschaftlichen Studium an den Universitäten Heidelberg, Straßburg, Berlin und Göttingen, einschließlich seiner Militärzeit in Straßburg. Die oft tagebuchähnlichen Berichte seiner militärischen Ausbildung zum Reserveoffizier sind ein einzigartiges Erfahrungsdokument zum preußischen Heerwesen. Die frühen Briefe, ausnahmslos an Eltern, Geschwister und nahe Verwandte gerichtet, zeugen von der im gebildeten Bürgertum sorgsam gepflegten schriftlichen Kommunikationskultur. Eine sachkundige Einleitung stellt die Briefe in ihre Kontexte; Editorische Vorbemerkungen, Kommentare, Verzeichnisse und Register erschließen den Band.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2018
Rezensent Gregor Schöllgen findet in den in zwei Bänden erschienenen Jugendbriefen Max Webers an seine Familie vor allem Privates. Für Schöllgen einerseits ermüdend, andererseits aufschlussreich, etwa, wenn die finanzielle Dauernotlage des Autors deutlich wird. Dass von Webers akademischer Zeit nur wenig Inhaltliches nachzulesen ist, stellt Schöllgen fest, zugleich erkennt er in der Korrespondenz aber schon den blitzgescheiten, gebildeten Menschen und auch dessen Hang zur Überheblichkeit und Streitlust. Das Bild einer spannungsgeladenen Persönlichkeit, das die Briefe im Zusammenklang mit dem Wissen um das zu der Zeit entstehende wissenschaftliche Werk Webers beim Leser entstehen lassen, scheint Schöllgen das eigentliche Verdienst der Ausgabe.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…