Yali Sobol

Die Hände des Pianisten

Roman
Cover: Die Hände des Pianisten
Antje Kunstmann Verlag, München 2014
ISBN 9783888979262
, 288 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Tel Aviv, nach dem nächsten Krieg. Die Stadt hat schwer gelitten, überall sind die Zerstörungen der Raketenangriffe zu sehen, Tausende haben ihr Leben verloren. In die zerstörte Stadt kehren Joav und Chagit Kirsch zurück, während des Krieges haben sie sich auf dem Land in Sicherheit gebracht. Joav ist Pianist, Anfang dreißig, ein unpolitischer Schöngeist und Opportunist, der große Schwierigkeiten hat, sich in der neuen Zeit zurechtzufinden. Chagit arbeitet als Cutterin bei einem großen Fernsehsender. Als sie von dem Starreporter des Senders einen USB-Stick zugesteckt bekommt, den sie für ihn verstecken soll, und kurz darauf die Redaktion von der Polizei durchsucht wird, finden sich die beiden plötzlich im Zentrum eines politischen Skandals, der bis in die höchsten Ebenen der Macht reicht…

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 05.07.2014

Yali Sobol, auch bekannt als Mitglied der in Israel äußerst erfolgreichen Band "Monica Sex", hätte lieber weiterhin Musik machen sollen, befindet Marko Martin nach der Lektüre von "Die Hände des Pianisten": Auch wenn einiges für die Geschichte von Yoav, dem Pianisten, und seiner Frau der Cutterin Chagit sprechen sollte, sei dieser Roman "doch ein wenig überflüssig". Die Handlung der vorliegenden Dystopie, so Martin, ist Tel Aviv, "nach dem nächsten Krieg". Geschildert wird das Leben unter einer Militärdiktatur: Von Ausreiseverbot, Kontrolle und Repressionen ist ebenso die Rede wie von einem geheimnisvollen USB-Stick, auf dem die unangenehme Wahrheit über den Sohn des Junta-Chefs gespeichert ist und der schließlich eine Folge von Grausamkeiten auslöst. Es wird gefoltert und gepeinigt, mokiert sich der Rezensent, ohne jedoch ein Ende anzubieten oder wenigstens die Intention dieses anklagenden Romans kenntlich zu machen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2014

Erschreckend findet Eva-Elisabeth Fischer Yali Sobols dritten Roman vor allem wegen seiner Aktualität und dem die Lektüre begleitenden Gefühl, dass der Autor im Grunde nicht viel zu seiner Geschichte hinzuerfinden musste. Dass die Wirklichkeit in Israel nicht allzu weit von Sobols Panorama einer "negativen Utopie" mit Folterkellern und dem autoritärem Terror entfernt ist, scheint der Rezensentin klar. Als aktualisiertes "1984" bezeichnet sie das Buch, in dem Sobol die Psychologie der Handlanger des Staates und die Aushöhlung des Alltags und des Privaten durch Terror minutiös schildert, wie sie schreibt.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2014

Anat Feinberg liest Yali Sobols Roman sowohl als spannenden Politthriller und Orwellsche Parabel über Macht und Unmenschlichkeit in einem totalitären System, als auch als Werk in einer Reihe mit jungen israelischen Autoren, die sich um ihr Land sorgen und es in apokalyptischen Farben zeichnen. Tel Aviv als Trümmerstadt, als Albtraum aus Notstand und Hexenjagd auf Linke und Geheimdienstmachenschaften, scheint der Rezensentin jedenfalls glaubwürdig gezeichnet und durch Markus Lemke auch "flüssig" übertragen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de