Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Als Osnat mit ihrem Mann Dror und ihren beiden Töchtern umzieht, ist sie überglücklich: endlich ein eigenes Haus, und in höchstens zehn Jahren ist dies das neue Trendviertel von Tel Aviv. Doch mit den Umzugskartons packt Osnat auch erste Zweifel aus. Wieso gibt der Alte von nebenan die Kuchenplatte nicht zurück? Was macht diese andere Familie eigentlich mit all den Kampfhunden? Und arbeitet Dror wirklich in seinem Zimmer, oder tut er nur so? Osnat muss sich entscheiden, ob es bloß eine neue Alarmanlage braucht oder gleich ein neues Leben.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.04.2021
Rezensent Carsten Hueck verfolgt gespannt, wie Noa Yedlin in ihrem Roman über ein urbanes Ehepaar, das mit seinen Kindern in ein noch nicht gentrifiziertes Viertel in Tel Aviv zieht, langsam die bürgerliche Fassade der Familie bröckeln lässt. Der Plan des Paares, ungestört und als nette Nachbarn vor sich hin zu leben, geht nicht auf: Nach einem Vorfall ziehen sie die Missgunst der Nachbarn auf sich, und in der Ehe kriselt es. Wie Yedlin in "bissiger" Sprache Ressentiments, Ängste und Gewalt- und Sexualfantasien enthüllt und teilweise mit nur einem Satz Harmloses in Unheilvolles kippen lässt, findet der Rezensent toll. Ein Buch, dass sich langsam "unter die Haut" schleiche und dort ordentlich "zwickt und wehtut" - und dessen Spannungen auch auf das angegriffene "Haus Israel" übertragen werden könnten, so Hueck.
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