Yoram Kaniuk

Verlangen

Roman
Cover: Verlangen
List Verlag, München 2001
ISBN 9783471794081
Gebunden, 352 Seiten, 21,47 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Beate E. von Schwarze. Das Leben des israelischen Filmproduzenten Alex Tlalim läuft nach dem Tod seiner geliebten Frau völlig aus dem Ruder. Zunächst von Trauer paralysiert versucht er vergeblich, über den Verlust seiner großen Liebe hinwegzukommen. Als dann auch noch sein sechzigster Geburtstag naht, flüchtet er mit dem erstbesten Flieger ins ausland. Seine Odyssee treibt ihn nach Berlin. Im dortigen Literaturhaus wird Alex zu seiner Überraschung von der kapriziösen jungen Lili angesprochen...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2001

An der Grenze des Sagbaren habe sich der Autor in früheren Büchern schon sicherer bewegt, meint Jakob Hessing. Zwar fange der Roman ausgezeichnet an, und auch der Fortsetzung liege ein tiefer Gedanke zugrunde, die Durchführung aber werde dem großen Thema - der Frage nach Gesetz und Chaos - dann nicht gerecht. Dem verhandelten Zusammenstoß der Welten und Generationen hätte Hessing mit einer gestaltenden Perspektive gerne zu mehr Klarheit verholfen, so aber, schreibt er sichtlich enttäuscht, bringe sich der Erzähler um die tieferen Pointen seiner eigenen Erfindung.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.08.2001

Die Rezension zum jüngsten in Deutschland erschienenen Buch des israelischen Schriftstellers Yoram Kaniuk bildet in Joachim Schlörs umfangreichem Artikel nur die Klammer. Zwischendrin gibt es jede Menge Biografisches, Eindrücke von Interviews mit Kaniuk, Erwähnungen weiterer Romane, die Information über sein Unbehagen im Umgang mit Verlagen und Medien. Der Roman selbst hat Schlör offenbar aber gefallen. Er zeigt sich angetan davon, wie Kaniuk die Geschichte einer Liebe zwischen einem älteren Mann und einer jüngeren Frau "mit der unbefangenen Neugier eines Anfängers, dem alles schon einmal passiert ist" erzählt. Zu erfahren ist noch, dass das deutsche Publikum "erstaunt" auf das neue Buch reagiert - warum aber, darüber klärt uns der Rezensent leider nicht auf.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.06.2001

Zwei Romane in, um und aus Israel bespricht Eva-Elisabeth Fischer für uns: "Hinter der Wand" von Jehoschuha Kenaz und erschienen bei Luchterhand und Yoram Kaniuks "Verlangen", erschienen im List Verlag
1. Jehoschuha Kenaz: "Hinter der Wand"
Obgleich sie die Geschichten "eindeutig" in Israel verortet, erklärt uns die Rezensentin, dass der Autor von unsichtbaren Vorgängen handelt, die einen leicht dazu verführen könnten, an den eigenen (vier) Wänden zu horchen. Fischer meint vor allem die "unpathetische Art", mit der hier die kranken und gleichzeitig zerstörerischen Gefühle von Menschen in "zivilisations-kranken Metropolen" (in diesem Fall in einem Mietshaus in Tel Aviv) geschildert werden, wenn sie dies schreibt - die sei es, "die den Roman ... so packend macht."
2. Yoram Kaniuk: "Verlangen"
Über die Zuneigung alter Männer zu jüngeren Frauen hat Eva- Elisabeth Fischer schon Besseres gelesen. "Weniger wohlfeil" als hier klingt es ihrer Meinung nach sogar bei Martin Walser; "Verlangen" scheint ihr ein "billiges Filmscript" aus der Feder des Helden (eines alternden Fernsehproduzenten) zu sein, so billig, dass sie dem Autor die Motive und die Handlungen seiner Helden einfach nicht abnehmen will. Das vernichtende Fazit der Rezensentin: Viel heiße Luft nach dem Strickmuster billigster Seifenopern.
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