Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Amotz hatte kein gutes Gefühl dabei, seine Frau allein auf die Reise zu schicken. Es war noch sehr früh am Morgen, als er vom Flughafen zurück nach Tel Aviv fuhr. Er dachte an Daniela und ihren Schwager Jirmi, den sie nun in Afrika besuchen würde, um mit ihm den Tod seines Sohnes zu betrauern. Vielleicht kam Jirmi deshalb nicht zurück nach Israel. Weil er dort seinen Sohn ver loren hatte, der an der Grenze im "Freundesfeuer" des eigenen Kameraden getötet worden war. Eine schreckliche Geschichte. Aber das Leben der Familie musste ja weiter gehen, dachte Amotz, der seine Frau schon jetzt schmerzlich vermisste. Und während die Sonne über Tel Aviv langsam aufging, begann er sich auf den Tag zu freuen und auf das Treffen mit seinem Vater.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.08.2010
Sehr hintergründig findet Rezensent Jakob Hessing diesen Roman des israelischen Großschriftstellers Abraham B. Jehoschua. Es geht um einen siebzigährigen Mann, desen Sohn während eines Waffengangs durch friendly fire umkommt und der nun die Nase voll von Israel hat und nach Tansania zieht. Im Folgenden spielt Jehoschua sehr geschickt mit dem Feuermotiv, nicht nur ein Grundsymbol des Judentums, sondern der Religion und des Lebens insgesamt, ein Symbol für Strafen, Opfer oder Familien. Sehr beeindruckt ist Rezensent Hessing aber auch davon, wie Jehoschua nicht nur die Prophezeiungen des Jeremias mit einbaut, sondern auch Hiob, wobei er sein Schicksal als eines der gesamten Menschheit begreift.
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