Wolfgang Schuller

Die deutsche Revolution 1989

Cover: Die deutsche Revolution 1989
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2009
ISBN 9783871345739
Gebunden, 382 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Mit Fotos. Es war die erste gelungene Revolution in Deutschland. Sie begann unter großen Gefahren, doch ihr gewaltloser Verlauf und ihr friedliches Ende, das in Demokratie und Wiedervereinigung mündete, waren ohne Beispiel in der europäischen Geschichte. Wolfgang Schuller zeichnet das große Panorama dieser einzigartigen Epoche, von den ersten Demonstrationen in der Provinz bis zur staatlichen Vereinigung am 3. Oktober 1990. Auf der Grundlage jahrelanger Recherchen an verschiedensten Schauplätzen und zahlreichen Interviews mit den Protagonisten von damals, von Helmut Kohl über Günter Schabowski bis hin zu vielen bislang unbekannten Teilnehmern, entsteht so das Bild einer Bewegung, die deutlich vielschichtiger war als lange angenommen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

Rezensent Karl Wilhelm Fricke freut sich, dass der emeritierte Jurist und Althistoriker Wolfgang Schuller in seiner Darstellung der Ereignisse von 1989 schon im Titel kein Vertun kennt: eine Revolution war das für ihn, also: ein deutsches "Jahrhundertereignis". Das Buch umfasst eine komprimierte Darstellung der DDR-Geschichte und besteht ansonsten aus vielen Zeitzeugen-Berichten. Befragt wurden sowohl Helmut Kohl als auch Protagonisten des Jahrs 1989 im Osten wie Hans Modrow und Egon Krenz. Das alles wird, hebt Fricke hervor, mit der angemessenen "patriotischen Gesinnung" erzählt und sei ganz einfach eine "rundum überzeugende Leistung".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.11.2009

Geschichte ist kein Zufall, das lernt Christiane Kohl von Wolfgang Schuller. Weil Schuller diese These mit einer guten Mischung aus Analyse und Beschreibung so gekonnt belegt und dafür auch weniger bekannte Orte der sogenannten friedlichen deutschen Revolution, wie Crivitz oder Arnstadt, aufsucht, kann er Kohl für sich gewinnen. Spannend findet sie Schullers Protokollwiedergaben aus den SED- und Politbürositzungen anno 1989, aber auch Fallbeispiele wie den Achsbruch in Oschatz in Sachsen als Auslöser für Versorgungsengpässe und den bei Schuller nachzulesenden allgemeinen Befund dazu.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 01.10.2009

Verdienstvoll, aber keine große Revolutionsgeschichtsschreibung - so ordnet Rezensent Alexander Cammann dieses Buch des emeritierten Konstanzer Althistorikers Wolfgang ein. Zwar spüre  Schuller in seiner kenntnis- und faktenreichen Darstellung immer wieder großartige Momente auf - Früchte seines Studiums zahlloser Quellen speziell aus der Provinz, wie Cammann schreibt. Dennoch fehlt es dieser Darstellung aus Sicht des Rezensenten an Farbe und Dramatik. Die Ursache dafür sieht Cammann unter anderem im "onkelhaften" Erklärton, mit dem Schuller seinen Lesern voll pädagogischer Begeisterung die historischen Zusammenhänge vor Augen führen wolle. Das Ungestüm-Chaotische, das diese Freiheitsbewegung auch gehabt habe, kommt dabei für den Geschmack des Rezensenten zu kurz.