Wie auch die Künstler anderer Sparten bewegten sich die Filmschaffenden der DDR auf dem Grat zwischen Propaganda und mal mehr, mal weniger verhohlen geäußerter Kritik am System. Und wo sollte dies deutlicher werden als in ihren Filmen? Wolfgang Gersch widmet sich den Publikumserfolgen der DEFA wie "Spur der Steine", "Die Legende von Paul und Paula" oder "Solo Sunny". Er spannt den Bogen von Staudtes "Die Mörder sind unter uns" (1946), dem ersten DEFA-Film, der sich mit der NS-Vergangenheit auseinandersetzte, bis zu "Die Architekten" von 1990, der in seiner Gesellschaftskritik von den historischen Ereignissen bereits überholt wurde, nimmt aber auch fast vergessene Streifen in den Blick.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.09.2006
Das Beste seien noch die "verblüffenden" Kurz-Etikettierungen, die Wolfgang Gersch manchmal den von ihm ausgewählten Filmen angedeihen lasse, konstatiert ein verblüffter Rezensent. Denn das eigentliche Ziel des Autors sei nicht ein Blick hinter die Kulissen, sondern monokausale Indizienbeweise und Belegstellen für das Unrechtssystem DDR zu sammeln. So einfach, erhebt Rezensent Hans-Jörg Rother den Finger, sei die Diktatur aber nicht an der ostdeutschen Filmkunst ablesbar, und er fühlt sich auf fatale Weise erinnert an die überhöhte Wertschätzung der Kunst in der DDR. Zudem zeige auch die Sprache des Autors einen quasiautoritären und schlechten Partizipial-Stil. Hätte Wolfgang Gersch, seufzt der Rezensent, doch ein anderes Buch geschrieben als dieses "verspätete" Pamphlet.
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