Betty Schiel (Hg.), Maxa Zoller (Hg.)

Was wir filmten

Filme von ostdeutschen Regisseurinnen nach 1990
Cover: Was wir filmten
Bertz und Fischer Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783865052674
Kartoniert, 208 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Mit Abbildungen. Was sie filmten, erzählen die Regisseurinnen aus drei Generationen in diesem Buch selbst. Ihre Arbeiten sind wertvolle Gegenerinnerungen, denn weder romantisieren sie die Vergangenheit, noch lassen sie sich auf geschichtliche Vereinfachungen ein. Sie eröffnen Möglichkeitsräume für die fällige Auseinandersetzung mit dem Filmschaffen aus ostdeutscher Perspektive. Sie sind ein künstlerischer und empowernder Akt der Krisenbewältigung.Die Kontinuität von künstlerischen Arbeitsbiografien war seit den frühen 90er Jahren für ostdeutsche Filmemacher*innen alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Dennoch gelang es ihnen seitdem, in unterschiedlichen Genres kontinuierlich Bilder, Gedanken und Blicke jenseits des dominanten Narrativs zu entwerfen. Wie setzten sie sich in ihren Filmen mit dem sogenannten Transformationsprozess auseinander? Welche filmischen Mittel halfen ihnen, über das zu sprechen, was unerwähnt blieb? Inzwischen interessiert sich vermehrt auch eine dritte Generation von jungen Frauen künstlerisch und politisch für die Kontinuität einer vielschichtigen Erzählung aus ostdeutscher Perspektive.Das Buch füllt eine Leerstelle in der Filmgeschichtsschreibung, denn die Positionen und Werke von ostdeutschen Regisseurinnen sind bisher kaum betrachtet und gewürdigt worden. Was sie filmten und wie sie darüber sprechen, ist heterogen, divers und vielstimmig. Dieser Sammelband liefert Zeitzeugenberichte, Gespräche, detaillierte Filmanalysen und zeigt, wie wichtig die Auseinandersetzungen über die drei Jahrzehnte zwischen 1990 und heute sind.Mit Beiträgen von und über: Annekatrin Hendel, Ines Johnson-Spain, Cornelia Klauß, Therese Koppe, Grit Lemke, Helke Misselwitz, Angelika Nguyen, Christine Schlegel, Cornelia Schleime, Gabi Stötzer, Tamara Trampe u.v.a.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.02.2022

Rezensentin Silvia Hallensleben empfiehlt den von Betty Schiel und Maxa Zoller herausgegebenen Band, der die Vielfalt ostdeutscher Filmkunst besser erkennen lässt, wie sie findet. Mit seinem Schwerpunkt auf der Arbeit ostdeutscher Regisseurinnen wie Tamara Trampe, Phuong ThanhNguyen oder Heike Misselwitz stellt der Band laut Rezensentin nicht zuletzt gängigen Wiedervereinigungsnarrativen einen anderen Blick an die Seite. Schon das Layout des Bandes und die unterschiedlichen Textformate von Filminterpretationen über Produktionsnotizen bis zu Hintergrundberichten deuten auf die thematisierte Vielfalt hin, findet Hallensleben.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…