Dass der Mensch ein "Sprachtier" sei und an einer Kette mit seinen tierischen Vorfahren hänge, sich aber durch die Sprache von ihnen unterscheide, hat schon Aristoteles gewusst. Doch wie wirkt diese Sprache, wodurch wird sie konstituiert, wie viel an Sprache brauchen wir, um die komplizierte moderne Welt zu benennen, wenn diese durch Grafik und Bilder uns doch scheinbar näherrückt als durch die distanzierende Sprache?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2010
Ganz so pessimistisch wie der Autor ist Manuela Lenzen nicht. Auch aus Türksprech, Broken English und SMS-Kürzeln kann man sich eine Sprache bauen, in der sich kommunizieren lässt, meint sie. Wolfgang Frühwalds Appell an die Jugend findet sie darum zwar argumentativ im Recht und bedenkenswert, aber auch ein bisschen betulich. Allerdings stammen die im Band versammelten Aufsätze über den Umgang mit Sprache, sowie über Karl Kraus, Schiller oder Eichendorff auch aus den vergangenen vierzig Jahren, eine Ecke Zeit also. Dass die persönliche Begegnung immer im Vorteil sei gegenüber E-Kommunikation, lässt sich allerdings auch gegen die von Frühwald gepriesene Literaturlektüre ins Feld führen, wollen wir hier ergänzen.
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