"Die genuin philologische Operation ist die Entnennung und Umbenennung, die Entsetzung und Umbesetzung von Äußerungen und ihren Bedeutungen, die Über und Hinübersetzung von Formulierungen in an dere Formulierungen, von einem Idiom in ein anderes. Philologie macht tabula rasa mit der Sprache, die vorgegeben ist, um die Tafel mit einer neuen Sprache zu beschreiben; sie entspricht, was gesprochen ist, um zu ersprechen, was von der Sache, um die es geht, noch zu sagen bleibt. Was bleibt, ist jeweils dies, dass es - was immer es sei - noch zu sagen bleibt." Werner Hamachers Texte und Thesen für - die Philologie erscheinen hier, erweitert um eine unveröffentlichte Studie, Was zu sagen bleibt, zum ersten Mal in einem Band.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.04.2020
Rezensent Philipp Stadelmaier schlägt vor, dass jetzt alle Philologen werden, um das Verbindende der Sprache zu erfahren. Anregung dazu verschaffen ihm die drei in einem Band zusammengefassten Schriften von Werner Hamacher. Was die Philologie für den Autor war (Interesse am Unverstehbaren der Sprache) und wie Hamacher dies für sich aus der "genauen" Lektüre von Dichtung entwickelt, erfährt Stadelmaier ebenso wie er, im dritten Aufsatz des Bandes, anhand Hamachers Antworten auf eine Fachdiskussion seiner "95 Thesen zur Philologie" erkennt, dass der Autor sich zwar mit "Verwandten" wie Benjamin, Heidegger und Derrida bezugnehmend auseinandersetzt, aber immer auch nach einer Veränderung dieser Einflüsse strebt.
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