Walter Reese-Sch�fer gibt einen pointierten �berblick �ber das Gesamtwerk Etzionis. Vervollst�ndigt wird die Darstellung durch eine repr�sentative Auswahlbibliographie sowie eine biografische Zeittafel. Amitai Etzioni (geb. 1929 in K�ln unter dem Namen Werner Falk) wird von der amerikanischen Presse als "Guru der kommunitarischen Bewegung" bezeichnet. Sein Grundkonzept ist die Verbindung von solider Wissenschaftlichkeit mit politischer Aktivit�t. Die Bandbreite seiner Themen ist enorm - und immer aktuell. So besch�ftigt er sich u.a. mit Gentechnologie und Wirtschaftswissenschaft (wobei er ein Gegenmodell zur rein neoliberalen �konomie entwickelt hat). Der Band enth�lt auch ein ausf�hrliches Interview, das Walter Reese-Sch�fer f�r diese Einf�hrung mit Etzioni gef�hrt hat.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.12.2001
Zwiespältig nimmt Karl-Heinz Nusser dieses Buch auf. Er lobt es zunächst als Einführung in das Denken des Kommunitaristen Etzioni und setzt sich besonders mit dessen Ablehnung neuerer politischer und wirtschaftlicher Theorien auseinander, die den Menschen als reinen Homo oeconomicus beschreiben wollen und ihm unterstellen, immer nur nach seinem persönlichen Interesse zu handeln. Dem stelle Etzioni - und mit ihm Walter Reese-Schäfer - entgegen, dass der Mensch auch ethische Kriterien in sein Handeln einfließen lasse. Warum - so das Beispiel - bezahlt man sonst in der U-Bahn, statt schwarz zufahren, wenn das Risiko gering ist, und warum geht man sonst zur Wahl? Weniger folgen mag Nusser dem Gelehrten und den ihn begleitenden Reese dagegen bei der Auseinandersetzung mit der Frage der Multikulturalität: In wie weit soll man die Andersartigkeit der anderen Kulturen anerkennen? Ist es akzeptabel, dass etwa Mädchen in anderen Kulturen mit 12 Jahren verheiratet werden? Für Nusser vertritt Etzioni hier einfach nur die "Antworten eines aufgeklärten amerikanischen Liberalen", der die westlichen Werte auf die ganze Welt übertragen will - und hier mag Nusser nun nicht mehr folgen und nennt Reese-Schäfers Fragen in dem abschließenden Gespräch des Bandes "kritiklos".
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