33 Texte und 33 Radierungen. Mit einem Gedicht von Hans Magnus Enzensberger. Nachwort von Andrea Köhler. W. G. Sebald, der 2001 verstorbene Schriftsteller, war ein lebenslanger Bewunderer des hyperrealistischen Malers und Radierers Jan Peter Tripp, über dessen Arbeiten er mehrere Essays geschrieben hat. Ihr erstes gemeinsam geplantes Buch erscheint als eine Art Vermächtnis einer langen Künstlerfreundschaft: 33 Augenpaare und 33 kurze Texte. Bilder und Texte sollen einander nicht erläutern oder gar illustrieren, sondern, wie Andrea Köhler schreibt, "in ein Gespräch eintreten", in einen "fortdauernden Blickwechsel".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.07.2003
Andächtig hat Christoph Bartmann diesen Band in den Händen gehalten, der dreiunddreißig von Jan Peter Tripp gezeichnete "Augenlandschaften" mit bisher unveröffentlichten Prosa-Miniaturen von W.G. Sebald verbindet, eine "Wahlverwandtschaft im Zeichen der Schwermut". Kaum nötig, darauf hinzuweisen, dass auf Tripps Bildern ebenso wenig gelacht werde wie in Sebalds Büchern. Doch für Bartmann steigert Tripps "verschärfender Zugriff" auf die Augen eines Proust, Beckett oder Borges noch den Ernst - oder gar "die metaphysische Trauer" - in eine unheimliche, "furchterregende Tiefe". Sebalds dazugestellte Miniaturen findet Bartmann sogar so schwermütig schön, dass er die Behauptung wagt: "Man müsste sich schon an einen Mast ketten lassen, um von der Sirenenkraft solcher Sätze gefeit zu sein." Lob geht auch an das "kluge Nachwort" von Andrea Köhler, Kritik einzig an Hans Magnus Enzensberger, dessen Abschiedsgedicht an Sebald für Bartmanns Geschmack zu "leichtfüßig" ist.
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