Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren die SBZ/DDR und die Tschechoslowakei mit der Aufgabe konfrontiert, eine Partnerschaft im Zeichen des Ost-West-Konflikts zu gestalten. Aus Deutschen, Tschechen und Slowaken angesichts der Erfahrungen von NS-Besatzungsherrschaft und Vertreibung aber Verbündete zu machen, war selbstverständlich schwierig. In dem Buch werden die Anfänge der Kooperation, deren Auf- und Ausbau in den 1950er und 1960er Jahren sowie im Zusammenhang mit dem Prager Frühling und dessen Niederschlagung Konfrontation und Neubeginn 1968/69 geschildert. Dabei finden die Wandlungen dieser sozialistischen Freundschaft , die bald zu einer besonders intensiven und im Laufe der Zeit zugleich konfliktreichen im östlichen Lager wurde, sowohl auf diplomatischer als auch auf kulturpolitischer und gesellschaftlicher Ebene Berücksichtigung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.05.2011
Instruktiv findet Joachim Scholtyseck diese Untersuchung über die Beziehung zwischen der DDR und der Tschechoslowakei von 1945 bis 1969, die Volker Zimmermann vorgelegt hat. Anhand von Archivmaterial zeigt der Autor für ihn überzeugend, dass die von der DDR-Parolen von "Völkerfreundschaft" und "brüderlich vereint" lediglich Fassade waren. Statt echter Freundschaft habe zwischen den beiden Staaten klassische Interessenpolitik geherrscht. Trotz der Intensivierung der Beziehungen zwischen Ost-Berlin und Prag sei das Verhältnis unter der Oberfläche angespannt gewesen. Dass Zimmermann das Scheitern der "Freundschaft" nicht nur auf die Ereignisse rund um den "Prager Frühlings", sondern auf das komplizierte Mächtedreieck zwischen Bonn, Prag und Ost-Berlin zurückführt, quittiert Scholtyseck mit Zustimmung.
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