Abenteurer, Händler und Forschungsreisende waren die Helden der ersten Globalisierung um das Jahr 1000: Wikinger suchten in ihren Drachenboten neue Siedlungsgebiete im fernen Westen, während Karawanenführer durch die Wüsten des Orients zogen und Handelskapitäne entlang der Küsten Asiens und Afrikas segelten. Sie brachten Schätze fremder Völker in Metropolen wie Kairo, Bagdad und Guangzhou, wo eine zahlungskräftige Kundschaft den Zauber der Exotik ersehnte. Es war dies die Zeit, als zum ersten Mal in der Weltgeschichte ein Gegenstand oder eine Botschaft um die ganze Welt reisen konnte. Waren und Menschen, Ideen und Mikroben - alles beginnt zu zirkulieren. Könige wie der fromme Muslim Mansa Musa ziehen mit unvorstellbaren Mengen an Gold von Mali nach Mekka, in Skandinavien werden Münzen mit arabischen Waagen gewogen, Sklaven werden über drei Erdteile hinweg verkauft, und Fürsten wie Wladimir von Kiew suchen sich aus dem Angebot der Weltreligionen jene aus, die ihnen für ihr Reich am passendsten scheint.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.02.2021
Rezensent Andreas Kilb findet brav alle Ostereier, die Valerie Hansen für den Leser dort versteckt hat, wo sie Globalisierung entdecken will. Als historischer Roadtrip durch Zeiten und Orte taugt der Band gut, meint Kilb, als Globalgeschichte leider weniger. Dafür sorgen laut Rezensent allerhand Sachfehler und Thesen und Argumente, die Kilb nicht wirklich überzeugen. Für die Erkenntnis, dass alles irgendwie zusammenhängt, antike buddhistische Tempel und Maya-Malereien, Sprachen und Handel, hätte Kilb das Buch nicht benötigt.
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