Jahrelang haben viele Unternehmen und ganze Volkswirtschaften die Globalisierung massiv vorangetrieben - sie produzierten, wo immer sie die besten Preise bekamen, nutzten billige Arbeitskräfte in anderen Ländern, verschickten Waren günstig in alle Welt. Doch steigende Energiepreise machen damit Schluss: Denn es ist sinnlos, ein T-Shirt billig in Fernost zu produzieren, wenn immense Transportkosten den Kostenvorteil zunichtemachen. Das wird unsere gesamte Wirtschaft fundamental verändern: Das weitgespannte logistische Netz vieler westlicher Industrien wird zusammenschnurren, der Stellenwert von Import und Export wird sich völlig neu definieren. Eine neue Blüte der heimischen Wirtschaft steht uns bevor, lokale Produkte werden stärker unsere Märkte prägen, viele Dienstleistungen, die hier vor Ort erbracht werden, werden wieder konkurrenzfähig, der Tourismus im eigenen Land und in der Region wird zunehmen.
Leidenschaft und Rationalität zugleich strahlt das Buch des ehemaligen Chefökonomen einer kanadischen Großbank aus Sicht von Christian Tenbrock aus. Jeff Rubin erklärt, so der Kritiker, wie noch das gedünstete Lachsfilet im Restaurant vom unaufhörlichen Ölfluss abhängig sei, und was passiere, wenn dieser nun allmählich zur Neige gehe: nur Gutes, da das sich verteuernde Öl auch das Ende der Globalisierung bedeute, da ins Unermessliche steigende Transportkosten geoutsourcte Produktion unbezahlbar machen würde, was längst danieder liegende heimische Industrien neu erblühen lassen könne. Zwar findet der Kritiker manches an Rubins Postöl-Prognosen provokant und gewagt. Dennoch bleiben sie für ihn eine bestechende Perspektive, da Rubin in diesem Wandel große Chancen ausmalt, und Gesellschaften, denen es besser geht.
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