Aus dem Englischen von Ursel Schäfer, Helmut Dierlamm. Globalisierung lautet das Zauberwort, das in Zukunft auch Dienstleistungen und die medizinische Versorgung umfassen soll. Aber wie sieht die Realität aus? Wer profitiert wirklich vom schrankenlosen Welthandel? Jerry Mander und Edward Goldsmith versammeln in ihrem Buch die internationale Creme der Globalisierungskritiker aus den Bereichen Wirtschaft, Landwirtschaft, Finanzwesen, Kultur und Umwelt. In ihren Analysen zeigen sie auf, dass die heute praktizierte Form der Globalisierung in vielen Bereichen das Gegenteil von dem bewirkt, was ihre Befürworter versprechen. Weltweit raubt der globale Handel mit Gütern und Dienstleistungen funktionierenden Wirtschafts- und Sozialstrukuren. Die vorliegende Ausgabe enthält u.a. Originalbeiträge von Carl Amery, Naomi Klein, Jose Lutzenberger, Wolfgang Sachs und Hermann Scheer.
Der Rezensent Mathias Greffrath sieht in dem Schwarzbuch eine Kampagne der Aufklärung. Vor dem Hintergrund fortbestehender Privilegien des "weißen Nordens" gäben "radikale Quellen" in 27 Kapiteln Auskunft über die Ziele der Globalisierungsgegner in den unterschiedlichen Bewegungen. Die Ziele und die Kampfformen seien notwendig so verschieden wie die Auswirkungen der Globalisierung in allen Ecken der Erde: Der Philippine Walden Bello zeige auf wie die Politik des IWF Länder politisch wie wirtschaftlich nahezu ruinierte, Vandana Shiva berichte wie der Weltagrarmarkt die Subsistenzlandwirtschaft indischer Kleinbauern zerstört, Hermann Scheer differenziere regionale und globale Märkte und möchte so monströse Handelsketten verhindern. Letztlich gehe es nicht allein um Armut, so Greffrath mit dem katholischen Sozialethiker Tony Clark, sondern um das Wiedererlangen der "Volkssouveränität", und als deren Vorbedingung, um die politische Transparenz der Handelsorganisationen. Die Bewegung verhalte sich reformistisch, denn sie "nimmt sich nichts vor, was nicht unmittelbar erreichbar wäre", fasst der Rezensent zusammen. Die "autonomen Zonen" der Widerständigen begründeten damit einen politischen Weg, der die "Anfänge der globalen Zivilgesellschaft" markiere, und auf dem im weiteren Verlauf die Tobin-Steuer, neue WTO-Regeln und die Demokratisierung des IWF zu erreichen seien, begeistert sich Mathias Greffrath und gibt sich kämpferisch.
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