Ursula Pia Jauch

Friedrichs Tafelrunde & Kants Tischgesellschaft

Ein Versuch über Preußen zwischen Eros, Philosophie und Propaganda
Cover: Friedrichs Tafelrunde & Kants Tischgesellschaft
Matthes und Seitz, Berlin 2014
ISBN 9783882215892
Gebunden, 374 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Ursula Pia Jauch nimmt in ihrem Essay Friedrich den Großen und das mit ihm verbundene Sonderschicksal der deutschen Aufklärung ins Visier. Damit dringt sie in den Kern der brenzligen Frage nach den Ereignissen der letzten 280 Jahre deutscher Geschichte. Rheinsberg und Sanssouci waren hoffnungsvolle Knotenpunkte eines freien und kosmopolitischen Denkens. Aber in Deutschland heimisch geworden ist das "Selber-Denken" (Kant) nur in der Theorie, in der Praxis herrschen Untertanengeist und Obrigkeitsmentalität. Jauch bringt die beiden deutschen Symposien Friedrichs philosophische "Tafelrunde" zu Sanssouci und Kants "Tischgesellschaft" in Königsberg in ein produktives Gespräch und kommt zum Schluss: "Friedrich ist durchaus kein Philosoph; der Machtpolitiker spielt den Philosophen: Das ist gut für die Propaganda.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.07.2014

Als etwas oberflächliche Kampfschrift bezeichnet Jens Bisky Ursula Pia Jauchs philosophischen Versuch, mit Seitenhieben gegen die deutsche Aufklärung den Philosophenkönig Friedrich zu stürzen und ihn als autoritären Kontrollsüchtigen zu entlarven. So weit, so bekannt, meint Bisky. Wenn die Autorin jedoch eine Verbindung zwischen Friedrich und der "Geheimen Staatspolizei" herzustellen sucht, steigt Bisky aus. Haltlos, schimpft er. Dass hier historisch alles durcheinandergeworfen und vor allem polemisiert wird, empfindet Bisky als Ohrfeige für den interessierten Leser.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2014

Schade, denkt Rezensent Alexander Kosenina. Diese Abrechnung mit der preußischen Aufklärung ist zwar "mit leichter Feder und Esprit" geschrieben, aber es geht immer wieder mit der Autorin Ursula Pia Jauch durch. Dann stellt sie Friedrich II. in eine Reihe mit Bismarck, Hindenburg und Hitler oder zeichnet eine direkte Entwicklungslinie von Preußen zum Nationalsozialismus. Da hätte der gelegentliche Blick auf andere, im Vergleich mit Preußen noch sehr viel despotischere Staaten, einiges zurecht rücken können, meint Kosenina. Doch Jauch hält nur den Denkerclub in Königsberg dagegen, den sie sehr viel fortschrittlicher findet. Preußen gegenüber ist das doch ziemlich ungerecht, findet der Rezensent.