Aus dem Amerikanischen von Thomas Schestag. Peter Fenves rekonstruiert zum ersten Mal Kants nachkritische Schriften als philosophische und politische Projekte eigenen Rechts. Er erläutert, wie präzise Kant die These vom "radikal Bösen" konzipiert, entfaltet und verkompliziert - eine These, die zum Ausgangspunkt des gesamten Spätwerks avanciert. Ebenso untersucht der amerikanische Literaturwissenschaftler Kants Antithese des "radikal Bösen", der zufolge die Menschen auf der Erde nur existieren, um einer anderen Art oder Rasse von Menschen den Weg zu ebnen. Demzufolge hätten die Menschen nicht das Recht, die Erde für sich zu beanspruchen und unter sich aufzuteilen; eher bereiteten sie den Globus für dessen legitime Eigner vor. Mit dieser These wird Immanuel Kant zum Wegbereiter einer modernen "Geo-Ethik".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.07.2010
Wenig Geschmack findet Rezensent Reinhard Brandt an diesem Band über den späten Kant. Während Kant erst eine Idee hatte und dann die Worte dafür suchte, macht es Peter Fenves offenbar genau andersherum: Er sucht sich aus dem späten Werk von Kant Bilder, Vergleiche und skurille Formulierungen und versucht diese mit einigem Aufwand zu interpretieren. Aber die Aufklärer - Voltaire, Hume oder Diderot - waren eben manchmal skurril, so Brandt. Sie konnten über sich lachen, im Gegensatz zu Nietzsche oder Heidegger. Und so findet der Rezensent in diesem Buch zwar "witzige Arrangements", aber keine neuen Erkenntnisse.
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