Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.05.2004
Das Buch unternimmt eine Ehrenrettung für einen großen Philosophen des Mittelalters, Peter Abelaerd, und wie jede Rettung, gesteht Friedrich Niewöhner, gerate sie ein wenig "penetrant". Doch davon mal abgesehen, muss er zugestehen, spreche eigentlich alles dafür, die Aktualität dieses Frühscholastikers anzuerkennen. Anfangen sollte der unkundige Leser mit dem "Gespräch eines Philosophen, eines Juden und eines Christen" aus dem Jahr 1125/26, einem der "aufregendsten Zeugnisse" mittelalterlichen Denkens, das den Geist der Toleranz atmet, findet Niewöhner, denn der Philosoph in diesem Gespräch, verrät er, ist ein Muslim. Der Band gewährt Einblick in das gesamte Werk Abelaerds, verschafft Überblick über seine theologischen Schriften, seine Ethik und seine Logik; auch seinem unruhigen und nonkonformen Leben widmet sich ein Beitrag: Abelaerd wurde zweimal als Häretiker verurteilt, kastriert und starb dennoch eines natürlichen Todes. Eine umfangreiche Abelaerd-Bibliografie schlüssele im übrigen die jüngste Forschungsliteratur auf, lobt Niewöhner zudem.
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