Aus dem Lateinischen und herausgegeben von Wilhelm Metz. Thomas von Aquin (um 1225-1274) ist einer der bedeutendsten Theologen der Hochscholastik. Er fasste die Lehre des Augustinus mit der - des erst zu seiner Zeit dem Abendland bekanntgewordenen - Aristoteles in einer philosophisch-theologischen Synthese zusammen. Er entwarf und vollendete eine wissenschaftliche Offenbarungstheologie, die den Primat unter allen Wissenschaften innehaben sollte. Alles innerweltliche Seiende ist aufgrund seiner Teilhabe am göttlichen Sein in unterschiedlichen Graden der Vollkommenheit auf dieses bezogen. Der in der Schöpfungsordnung als Einheit von Leib und Seele definierte Mensch ist in seinem Erkenntnisstreben auf das Schauen Gottes, in seinem Willen auf das höchste Gut gerichtet.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.02.2010
Rezensent Dirk Lüddecke schätzt diese Auswahl von Texten Thomas von Aquins über die Theologie als Wissenschaft, die Wilhelm Metz herausgegeben hat. Er lobt die instruktive Einleitung sowie die sorgfältige Kommentierung. Zudem hebt er die Darstellung der historischen Rahmenbedingungen der Philosophie und Theologie des Aquinaten hervor. Die in der Mehrzahl aus Thomas' Hauptwerk "Summa Theologiae" stammenden Texte behandeln nach Angaben Lüddeckes das Theologieverständnis und die Gotteslehre, das Verständnis des Menschen, die Glückseligkeit und die Tugenden. Erfreut zeigt er sich darüber, dass der Band auch den Anfang der "Prima Secundae", eines Teilbands der "Summa Theologiae", bietet, der in der deutschen Thomas-Ausgabe noch nicht vorliegt. Demgegenüber scheint ihm die Aufnahme von Thomas' Fürstenspiegel nicht so ganz nachvollziehbar. Nichtsdestoweniger würdigt er den vorliegenden Band als eine "verdienstvolle Ausgabe".
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