Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber. Für Umberto Eco ist Büchersammeln ein Akt ökologischer Fürsorge: "Wir haben nicht nur die Wale, die Mönchsrobben und die Bären in den Abruzzen zu retten, sondern auch die Bücher." Wirkliche Leser möchten ihre Lieblingsbücher deshalb nicht nur lesen, sondern auch besitzen und zu Hause ins Regal stellen. Für sie hat Eco "Die Kunst des Bücherliebens" geschrieben. Der Romancier, Wissenschaftler und Geschichtenerzähler aus Italien nähert sich darin der ewigen Frage "War Shakespeare zufällig Shakespeare?", und er zeigt auch, dass mit Werken wie dem "Book of Lindisfarne" oder den "Tres Riches Heures", welche die Geistesgeschichte seit Jahrhunderten prägen, eine ganze Kultur auf dem Spiel steht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2009
Andreas Platthaus rühmt zunächst den deutschen Übersetzer Umberto Ecos, Burkhard Kroeber, dem auch mit dem vorliegenden Buch ein "kleines Meisterstück" gelungen ist, wie er findet. Insbesondere den "rhapsodischen Ton" der überwiegend als Vorträge entstandenen Texte sieht er großartig ins Deutsche übertragen, weshalb er über kleinere Fehler auch großzügig hinwegsehen kann. Ecos Geschichten zeugen von der ausgeprägten Bibliophilie des Autors und sind insgesamt eine einzige "Liebeserklärung an Bücher", stellt Platthaus fest, der insbesondere die Publikationsgeschichte eines Buches über die Rosenkreuzer aus dem 16. Jahrhundert ausgesprochen fesselnd fand. Wenn es in den Texten aus zwei Jahrzehnten hin und wieder zu Wiederholungen kommt, sei das ihrem Ursprung als teilweise mehrfach gehaltene Vorträge geschuldet, so der Rezensent nachsichtig. Und mit seinen Forschungen sorge der Autor dafür, dass so manch obskures Buch nicht für immer vergessen werde.
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