Aus dem Argentinischen von Achim Stanislawski. Alberto Manguel erzählt in zehn Abschweifungen von der wunderbaren Komplizenschaft zwischen Leser und Buch und von seinen ganz persönlichen Leseeindrücken.
Ein Leben lang waren ihm seine Bücher Inspiration und Freunde. Jetzt ist er ohne sie, denn seine Bibliothek schlummert verpackt in Umzugskartons. Im Geiste stöbert er nun durch die Seiten der Weltliteratur und durch die Bibliotheken seines Lebens - die Stadtbüchereien seiner Kindheit, später seine eigenen Bibliotheken in Paris, London, Mailand, in der schwülen Hitze von Tahiti.
Alberto Manguel war der Vorleser des erblindenden Dichters Jorge Luis Borges und ist seit 2016 als Direktor der argentinischen Nationalbibliothek in Buenos Aires sein Nachfolger.
Mit Walter Benjamins berühmter Rede 'Ich packe meine Bibliothek aus' im Anhang.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.07.2018
Am Rande seines liebevollen Porträts des argentinischen Wissenschaftlers, Autors, Übersetzers, ehemaligen Bibliotheksdirektors und leidenschaftlichen Büchersammlers Alberto Manguel verliert Rainer Moritz auch einige Worte über dessen neues, nun auch auf Deutsch erschienenes Buch "Die verborgene Bibliothek" - und die fallen ebenfalls hymnisch aus: In dem Buch schreibt Manguel, der nach Stationen in Barcelona, Paris, London, Mailand, Tahiti und Toronto hoffte, in einem alten Pfarrhaus südlich des Loiretals eine dauerhafte Heimat für sich und seine etwa 35000 Bücher umfassende Bibliothek zu finden und, wie es heißt, aus "bürokratischen Gründen" daran gehindert wurde, einen elegischen "Abgesang" auf die Vorstellung, ankommen zu können, informiert der Kritiker. Wie Manguel dabei von Lektüre zu Lektüre gleitet, abschweift, Querverbindungen herstellt und das "Eigenleben" der Bücher feiert, hat Moritz tief beeindruckt.
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