Bücher faszinieren die Menschen seit jeher. Waren sie vor Gutenbergs Buchdruck noch kostbare und nur von wenigen Menschen gelesene oder auch nur gesehene Einzelexemplare, die sorgsam und unter großem künstlerischen Einsatz per Hand kopiert wurden, haben Bücher in den folgenden Jahrhunderten die ganze Welt erobert. Sie sind Teil des kulturellen Gedächtnisses der Menschheit, weil sie die Gedanken und das Wissen ungezählter Generationen in sich aufnehmen. Sie sind das Medium, das dauerhaft Vergangenheit, Gegenwart und bisweilen auch die Zukunft transportiert. Bücher sind aber auch und das ist das Faszinierende ein Ticket für eine Reise in die Fantasie, in der der Prinz die Prinzessin bekommt, das Gute über das Böse siegt und Leser für ein paar Stunden jemand sein oder an etwas teilhaben können, was sie nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Über Bücher zu schreiben ist eine Mammutaufgabe. Von A wie Antiquariat bis Z wie Zeilenumbruch scheint die Themenvielfalt unerschöpflich. Und wie soll man einen gemeinsamen Nenner für den Geschmack aller Leser finden? Stefan Müller hat sich auf eine literarische Reise durch die Epochen begeben und die Knüller, Überraschungshits und Dauerbrenner ausgewählt, die seiner Meinung nach auf eine Unbedingt-lesen-Liste gehören. Aber auch ein Plausch mit der Postfrau, unbarmherzige Kritiker, individuelle Lesezeichen, nette Buchhändlerinnen und Reisen mit leichtem Gepäck spielen eine große Rolle, wenn es um die Anziehungskraft von Büchern geht.
111 Gründe, Stefan Müllers Liebeserklärung an das Lesen zu lesen, kann Rezensent Rainer Moritz weißgott nicht nennen, im Grunde genommen nicht mal einen. Ob Shakespeare, Böll, Kästner oder Hildegard Knef - Müller hat alles durchforstet und beispielsweise notiert, dass Lesen echt "das beste Hobby der Welt" ist oder sogar "echter Genuss" sein kann. Cervantes oder Flaubert werden hier geduzt, Ausrufezeichen erscheinen häufiger als Punkte und das Lektorat hat wohl auch geschlafen, meint der Kritiker. Während der Autor sich immer unangenehmer "ranschmeißen" möchte, will der Kritiker dieses Buch am liebsten wegschmeißen.
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