Ulrich Herbert

Das Dritte Reich

Geschichte einer Diktatur
Cover: Das Dritte Reich
C. H. Beck Verlag, München 2016
ISBN 9783406697784
Broschiert, 134 Seiten, 8,95 EUR

Klappentext

Keine andere Zeit ist in den letzten Jahrzehnten gründlicher erforscht worden als die Jahre von 1933 bis 1945. Ulrich Herbert bietet mit diesem Band eine knappe Gesamtdarstellung des Dritten Reiches auf dem neuesten Stand. Nach einer Analyse der Faktoren, die den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Etablierung der Diktatur ermöglicht haben, ist der größere Teil des Buches den Jahren von 1939 bis 1945 gewidmet, in denen sich die deutsche Geschichte in eine europäische und welthistorische Dimension ausweitet. Klar und prägnant im Urteil informiert der Band über Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa und die Ermordung der europäischen Juden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.10.2016

Nach anfänglicher Skepsis ist Robert Probst der Präzision des neuen Werkes von Ulrich Herbert sehr zugetan. "Das Dritte Reich" behandelt auf knappen 125 Seiten Text alle wichtigen Aspekte dieses dunklen Kapitels deutscher Geschichte. Um vor lauter Knappheit nicht am Inhalt zu sparen, verzichte Herbert fast gänzlich auf Personalisierung und den Lesefluss unterbrechende Zitate. Auch lege er stets den neuesten Forschungsstand dar, große Debatten gebe es keine. Daran könnten sich fachlich gebildetere Leser stoßen, wendet Probst ein. Nichtsdestotrotz handele es sich keinesfalls um einen "Schnelldurchgang". Der Schwerpunkt liegt auf der Beziehung von deutschem Volk und NS-Führung, welche durchaus kritisch beleuchtet wird. Anders als der geringe Umfang implizieren würde, handelt es sich bei "Das Dritte Reich" nicht nur um eine "Einführung ins Thema". Wer das Buch liest, so Probst, ist auf jeden Fall in der Lage mitzureden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.10.2016

Gregor Schöllgen spricht vonn einem großen Wurf auf kleinem Raum. Wie Ulrich Herbert auf gerade mal 130 Seiten die Geschichte des "Dritten Reiches" aufschreibt, findet er gelungen. Für das Gelingen des riskanten Unterfangens findet Schöllgen einen Grund: Herberts Zugriff. Über das Kaiserreich und die Widerlegung der Rede vom deutschen Sonderweg komme der Autor zu einer Kritik der Nationalismus-These und zeige, dass auch der Antisemitismus kein spezifisch deutsches Phänomen gewesen sei. Sodann belegt der Autor laut Schöllgen den Systemwechsel, indem er die Wucht der Komplizenschaft zwischen Führer und Volk erörtert. Dass der Autor dabei stets alle Bereiche, von der Politik bis zur Kultur im Blick hat, trägt für Schöllgen maßgeblich zur Überzeugungskraft seiner Thesen bei. Auch wenn die Genauigkeit bei diesem Zugriff auf diesem Raum mitunter leidet, wie Schöllgen feststellt, Herberts Buch erscheint ihm doch differenziert genug, um vorbildlich genannt zu werden. Die Darstellung des Zweiten Weltkriegs scheint dem Rezensenten sogar zum Besten zu gehören, was es in diesem Format gibt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 13.09.2016

Matthias Arning wünscht sich Ulrich Herberts kurze Geschichte des Nationalsozialismus als Standard-Lektüre. Als Markstein taugt der Band laut Rezensent schon wegen seiner Knappheit, die allerdings nicht auf Kosten von Details oder Substanziellem geht, wie der Rezensent versichert. Im Gegenteil, dicht, anspruchsvoll, sinnvoll gegliedert und gut geschrieben kommt der Abriss daher, meint Arning. Herberts Zeitleiste vom Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs folgend, erkennt Arning in Herberts Analyse den exzessiven Nationalismus und die Bedeutung des Krieges für das "Dritte Reich".
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