Der Weltsicherheitsrat hat im vergangenen Jahrzehnt seine Kompetenzen deutlich ausgeweitet. Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, grenzüberschreitende Flüchtlingsströme und humanitäre Katastrophen wurden zu anerkannten Gründen, auch in innerstaatliche Konflikte einzugreifen - bis hin zur militärischen Intervention. Konturen einer "Weltinnenpolitik" zeichneten sich ab; einer Politik, die auch zur Überwindung von Krieg, Völkermord und Anarchie beitragen soll. Doch hat sich dieses Konzept in der politischen Wirklichkeit bewährt? Als Testfall hat der Autor den wohl am meisten von Krieg und Elend gezeichneten Kontinent gewählt: Afrika.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2003
Voll des Lobes ist die Rezensentin Friederike Bauer für die "tiefgründigen Studie", die Tobias Debiel über die UN-Friedensmissionen in Afrika verfasst hat, auch wenn die enorme Datenfülle der Lesbarkeit nicht unbedingt zuträglich gewesen sei. "Differenzierte Analysen" habe der Autor zu den jeweiligen Operationen erstellt, lässt uns die Rezensentin wissen, mit dem Schluss, dass diese als "teilgescheitert" anzusehen sind. Einzig die Einsätze in Namibia und Mosambik stechen unter den oftmals "halbherzigen" Friedensmissionen heraus, konnte doch wenigstens ein "labiler Frieden" geschaffen werden, wie Bauer den Verfasser zitiert. Bevor sich die UN erneut in "gefährliche Operationen mit unklaren Instruktionen" in Afrika wage, solle sie doch lieber gleich die "Finger davon lassen", resümiert die Rezensentin im Gleichklang mit dem Verfasser.
Einerseits, findet Dominic Johnson, weiß Tobias Debiel gut Bescheid über die UN-Missionen in Afrika und stelle die "wesentlichen Hintergründe und Entwicklungen" in den Einsatzländern gut dar. Nur führe seine "akribische Detailfülle" noch lange nicht zum Ziel, und das ist in diesem Fall die übergreifende Analyse des folgenreichen Scheiterns der meisten Missionen. Logisch, meint Johnson, denn erstens seien die verschiedenen Konflikte aus der Nähe dann doch nicht so leicht über einen Kamm zu scheren, wie das aus akademischer Distanz den Anschein haben mag; zweitens nehme sich der Autor selber Möglichkeiten des analytischen Ansatzes, indem er sich nicht auf wichtige Akteure, sondern ausschließliche auf die Missionen insgesamt konzentriere; und drittens lasse er völlig die für Erfolg oder Misserfolg durchaus relevante Haltungen der betroffenen Bevölkerungen außer acht. "Insofern", urteilt Johnson, "ist das Buch ein Spiegelbild der Probleme der UNO in Afrika: imposant in seiner Beherrschung des diplomatischen Geschehens, aber nicht in der Realität verankert."
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