Die UNO ist seit dem Irakkrieg geschwächt. Amerika hält an seiner Präventivkriegdoktrin fest. Europa träumt von politischer Emanzipation durch militärische Stärke. Das Ende des Ölzeitalters ist absehbar - bei wachsendem Energiebedarf weltweit. Gehen wir einer Epoche der Kriege um Ressourcen und "Menschenrechte" entgegen?
Mit reichlich Spott widmet sich Herfried Münkler dem Buch "Die kommenden Kriege" des Genfer taz-Korrespondenten Andreas Zumach. Durchaus richtig sei, dass der Autor zum Beispiel vor den Folgen der schrumpfenden Vorräte an fossilen Energien warne oder auch vor der bedrohlichen Dynamik eines nuklearen Wettrüstens. Doch seine unerschütterliche These, "sein bombenfester Standpunkt", dass alle bestehenden Probleme nur durch eine Stärkung der UN, ein Mehr an Kompetenzen und Ressourcen, behebbar seien, weise zahlreiche Lücken auf. Er beachte "nicht den fortschreitenden Staatszerfall in vielen Teilen der Welt, nicht die dort agierenden ebenso aggressiven wie korrupten Eliten und auch nicht die Unversöhnlichkeit fundamentalistischer Strömungen". Zumachs Bild vom verschwenderischen Lebensstil der USA und den daraus resultierenden Machenschaften (wie dem Führen völkerrechtswidriger Kriege oder dem Eingreifen mit geheimdienstlichen Mitteln in die inneren Verhältnisse anderer Staaten), sei nicht nur einseitig, sondern falsch, schimpft der Rezensent. Und wenn er am Ende seiner Rezension nur noch zu dem Spruch greift: "Aber wer die politische Welt mit Sonne im Herzen anblickt, den grüßt sie ebenso zurück", fällt es schwer, dem Ganzen noch den nötigen Ernst abzugewinnen.
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