Thilo Bode ist einer der profiliertesten und streitbarsten Umwelt- und Verbraucherschutzaktivisten. Nach mehreren Jahren in der Entwicklungshilfe und einer Zwischenstation in einem Metallkonzern wurde er Direktor von Greenpeace. Er demonstrierte auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking und wurde verhaftet, sprach vor der UNO-Vollversammlung und trug maßgeblich dazu bei, das EU-Freihandelsabkommen TTIP mit den USA zu verhindern. Er attackierte Lebensmittel- und Ölkonzerne und legte sich mit Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann an. Als Chef von Greenpeace und später Foodwatch verantwortete Thilo Bode Kampagnen, die ganze Branchen veränderten. Sein selbstkritischer Blick auf Erfahrungen, unbestreitbare Erfolge und bittere Fehlschläge ist zugleich ein Aufruf zum Widerstand: Die Zivilgesellschaft muss effektiver und kompromissloser werden, um die Gesellschaft nachhaltig zu verändern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2025
Rezensent Thomas Hummel liest die Wutrede des Urgesteins der deutschen Umweltbewegung Thilo Bode auch als Vermächtnis. Was der 78-Jährige seinen Erben ins Gebetbuch schreibt, hat es laut Hummel in sich und ist deutlich, ob man es nun als erfrischend oder lästig begreift. Das Buch ist eine Sammlung von Erinnerungen an Aktionen der 1980er und zugleich ein mahnender Aufruf an die Jungen, sich nicht als Teil des Establishments zu verstehen, sondern dagegen anzugehen. Auch wenn der Autor mit mancher Idee übers Ziel hinausschießt, etwa wenn er deutsche Entwicklungshilfe als Zünder für islamistischen Terror bezeichnet, leseswert ist das Buch allemal, findet Hummel.
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