Aus dem Englischen von Yamin von Rauch. Die meisten von uns kommen früher oder später in diese Situation: Die Eltern oder ein Verwandter sterben und alles, was zurückbleibt, muss geordnet, aufgehoben oder weggeworfen werden. So ergeht es auch Susannah Walker. Das Haus ihrer Mutter im englischen Worcester beherbergt ein Sammelsurium an Nippes, alten Fotos und Gebrauchsgegenständen, die jeweils eine Geschichte zu erzählen scheinen.
Wie eine Alltagsarchäologin sortiert und befragt die Autorin das Material, um einer Frau näherzukommen, die zwar die eigene Mutter war, aber dennoch zeitlebens eine fremde Person blieb. Dabei kommt ihr der eigene Beruf zu Hilfe: Sie ist es als Kuratorin gewohnt, sich mit Dingen und deren Bedeutung zu beschäftigen, sie als Objekte zu betrachten und zu interpretieren. Sie rekonstruiert längst verschüttete Erinnerungen und legt auf diese Weise die Geschichten ihrer Herkunft frei, in denen eine liebesunfähige Mutter, ein verstorbener Bruder und andere Familiengeheimnisse ans Licht kommen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 16.01.2019
Rezensentin Kim Kindermann erfährt von Susannah Walker, was es mit unserer Liebe zu den Dingen auf sich hat. Walkers Buch ist für sie nicht einfach die Geschichte einer Mutter-Tochter-Beziehung und ihrer Aufarbeitung, sondern eine grundsätzliche Erkundung der Bedeutung von Nachlässen, von Objekten die ein Mensch nach seinem Tod hinterlässt, von Museen und unserem oft irrationalen Verhältnis zu Gegenständen. Das Buch deckt nicht nur manches Geheimnis von Walkers Mutter auf, es regt Kindermann auch zum Nachdenken über den eigenen Besitz an.
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