Aus dem Portugiesischen von Steffen Dix. Dieser letzte Band der Werkausgabe versammelt Pessoas Schriften zu Genie und Wahnsinn. Die Nachlassfragmente lassen eine intensive Beschäftigung mit zeitgenössischen Diskursen erkennen und gewähren dem Leser Einblicke in die Gedankenwelt eines jungen Dichters, der versucht, die eigene Seelenverfassung zu ergründen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.08.2010
Fernando Pessoas Genie entdeckt Jan Wagner vor allem in dessen Gedichten und im "Buch der Unruhe". Wenn Pessoa, der junge namentlich, sich wie in diesem Band mit Genie und Wahnsinn beschäftigt, birgt das für Wagner angenehme wie unangenehme Überraschungen. Einerseits sieht er das Originelle an den Texten von der Menge des nur Angelesenen beinahe erdrückt, kann ihn Pessoas Energie im Erfinden immer neuer Kategorien, Definitionen und Abstufungen des Phänomens durchaus ermüden und gehen im Pessoas Frauenbild, sein elitärer Dünkel und die Verwendung von Begriffen wie Degeneration und Entartung ganz schön auf den Geist. Andererseits aber findet Wagner es überzeugend, wie Pessoa ein ums andere Mal den Wahnsinn als die menschliche Verfassung schlechthin deklariert und sich dabei zu Zuspitzungen von Wilde'scher Qualität aufschwingt, also den zweiten Teil des Bandes, in dem es um portugiesische Literatur geht, um die tausend Masken des Shakespeare und eines gewissen Autors namens Fernando Pessoa.
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