Die Publikation widmet sich sprachkritischen Texten, die von Karl Kraus in den 1930er Jahren für seine "Fackel"-Rubrik "Zur Sprachlehre" verfasst, aber nie veröffentlicht wurden. Die bislang unausgewerteten Dokumente sind vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie im Kontext eines 1934 in der "Fackel" erwähnten Plans zur Bekämpfung des Nationalsozialismus stehen und für Kraus' Sprachverständnis zentral sind. Die selbst der Forschung bislang unbekannten Texte liegen nun erstmals ediert vor. Eine kontextualisierende Erläuterung führt in die Nachlassgeschichte und Sprachthematik ein. Der anschließenden Edition folgen umfangreiche interpretatorische Kommentare, die Kraus' Kritik am zeitgenössischen Sprachgebrauch reflektieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2025
Schön, dass der Karl-Kraus-Nachlass mit Veröffentlichungen wie dieser weiter aufgearbeitet wird, findet Rezensent Helmut Mayer. Seine Rezension besteht hauptsächlich aus einer Rekonstruktion der sprachkritischen Texte, die Kraus in der "Fackel" publizierte und in denen er unter anderem gegen Sprachpfleger wetterte, die wiederum gegen Fremdwortgebrauch hetzten. Kraus' Absicht, diese Texte in einer Buchveröffentlichung zu bündeln, scheiterten zu seinen Lebzeiten, erfahren wir von Mayer, nach seinem Tod erschien die Sammlung "Die Sprache". Langkabel hat nun Texte editiert, die Kraus 1932 neu schrieb und die ebenfalls im Sprachkritik-Buch hätten erscheinen sollen, weiß Mayer. Das ergibt allerdings nur 22 Seiten Textmaterial, der Rest dieses Buches besteht aus philologischen Anmerkungen, fährt er fort. Was die Kraus-Texte selbst betrifft, so nehmen sie insbesondere den journalistischen Sprachmissbrauch aufs Korn, was Mayer nicht ganz so anregend findet wie Kraus' sonstige sprachkritische Einlassungen. Dennoch schön, dass die Kraus-Philologie langsam wieder in die Gänge kommt, schließt er.
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