Die antisemitische Politik des Dritten Reiches, der jüdische Widerstand gegen sie und der Einfluss dieses Konflikts auf die internationale Politik vor dem Zweiten Weltkrieg, dies sind die drei Themenbereiche, denen sich Stefan Scheil in seiner neuen Studie widmet. Der Autor greift bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück, um die Ursprünge der späteren politischen Konstellationen aufzuzeigen. Wie in seinen früheren Veröffentlichungen zur Geschichte des Zweiten Weltkriegs fasst er dabei die Politik in diesem Zeitraum als Auseinandersetzung mehrerer Konfliktparteien auf, die sich vor dem Hintergrund der Globalisierung von internationaler Politik abspielte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.06.2009
Sehr kritisch geht Rainer F. Schmidt mit Stefan Scheils Buch über die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs ins Gericht. Er unterstreicht, dass der Autor eine revisionistische Sicht vertritt, die von der Forschung nicht akzeptiert wird. Scheils Thesen über Churchills angeblich von einer Geheimorganisation geebneten Weg an die Macht, über den Beitrag der Sowjetunion zur nationalsozialistischen Machtergreifung oder auch über die Rolle der Briten bei der Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs scheinen Schmidt abwegig und unhaltbar. Er hält dem Autor vor, seine "steilen Thesen" weder durch aussagekräftige Dokumente belegen noch durch schlüssige Argumentation erhärten zu können. Sein Fazit: ein "Ärgernis". Bleibt die Frage, warum solche Bücher eigentlich besprochen werden müssen.
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