Stefan Fröhlich

Das Ende der Selbstfesselung

Deutsche Außenpolitik in einer Welt ohne Führung
Cover: Das Ende der Selbstfesselung
Springer Fachmedien, Wiesbaden 2019
ISBN 9783658251420
Gebunden, 166 Seiten, 20,44 EUR

Klappentext

Europa befindet sich im dauerhaften Krisenmodus: Nationalismen, Brexit und scheinbar unüberbrückbare Differenzen in Fragen der Migration, der Reform der Eurozone und der Verbesserung seiner globalen Wettbewerbsfähigkeit gefährden den Zusammenhalt der Union. Gleichzeitig wächst der Druck von außen durch Russland und China, die Entwicklungen an der südlichen Peripherie und nicht zuletzt in den USA. Mit Trumps Wahl zerfällt nicht nur Deutschlands außenpolitisches Koordinatensystem, sondern die liberale internationale Ordnung wird insgesamt auf den Kopf gestellt. Vor diesem Hintergrund plädiert Stefan Fröhlich in diesem politischen Essay für eine Neubewertung der deutschen Rolle in Europa und der Welt: Deutschlands Außenpolitik ist besser als ihr Ruf. Das Land hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Tabus längst gebrochen und Führung in Europa übernommen. Auch deswegen klingen die Vorwürfe derer geradezu zynisch, die unverändert die deutsche Selbstgefälligkeit beklagen, andererseits sich selbst zunehmend Führung und globaler Verantwortung entziehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.08.2019

Werner Weidenfeld, Direktor des Centrums für Angewandte Politikforschung der Universität München, stellt in seiner Rezension zwei neue Bücher vor, die sich mit den neuen Anforderungen an eine moderne Außenpolitik beschäftigen: "Die ratlose Außenpolitik" des ehemaligen Diplomaten Volker Stanzel und "Das Ende der Selbstfesselung" des Politikwissenschaftlers Stefan Fröhlich. Sehr höflich bescheinigt Weidenfeld beiden Autoren viel Wissenswertes zur Geschichte und Analyse einzelner politischer Entscheidungen zusammengetragen zu haben. Aber weiter hat ihm das eigentlich nicht geholfen. Während Stanzel einen "grundsätzlichen Kulturwandel" in der Außenpolitik und ihrer Bewertung fordert, plädiert Stefan Fröhlich für einen "prinzipienfesten Pragmatismus". Wie genau die neuen Strategien aber aussehen könnten, erfährt der enttäuschte Rezensent aus keinem der beiden Bücher.

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