Simone van der Vlugt

Paris 1789

Das zweite Leben der Baronesse Sandrine. Roman. ( Ab 12 Jahre)
C. Bertelsmann Verlag, München 2000
ISBN 9783570125298
Gebunden, 259 Seiten, 14,32 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Siegfried Mrotzek. Sandrine de Billancourt ist ein Mädchen aus adligem Haus. Ihr fehlt es an nichts, mit ihrer Schwester und den Eltern wohnt sie in einem vornehmen Pariser Viertel. Sie kennt es nicht anders, als dass jeden Tag eine warme Mahlzeit auf dem Tisch steht, dass ihre Zofe Julie, ein Mädchen in ihrem Alter, ihr beim Ankleiden hilft und dass sie mit der Kutsche zur Klosterschule gefahren wird. Aber eines Tages wird ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Die Revolution greift mit aller Grausamkeit nach ihrer Familie und alle bis auf Sandrine selbst, die sich gerade noch verstecken kann, werden abgeführt und am selben Tag umgebracht. Mutterseelenallein steht sie von nun an da und muss sich Tag für Tag durchschlagen zwischen der Angst, erkannt zu werden, und dem Versuch, sich ihrem neuen, arbeits- und entbehrungsreichen Leben in der Schusterfamilie, die sie aufnimmt, anzupassen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2001

Franca Klee bespricht in ihrer kurzen Kritik zwei historische Jugendromane, die in unterschiedlichen Zeiten spielen.
1.) Simone van der Vlugt: "Paris 1789". Das zweite Leben der Baronesse Sandrine.
Die Rezensentin findet es sehr bedauerlich, dass die niederländische Autorin sich für eine "Vereinfachung" der Geschichte in der Darstellung eines adeligen Mädchens, das in einfachen Verhältnissen die französische Revolution übersteht, entschieden hat. Die "Einschätzung der Gewalt" von Van der Vlugt sei gegenüber der Komplexität der Geschehnisse allzu schlicht und werde den Anforderungen auch an ein Jugendbuch nicht gerecht, kritisiert die Rezensentin, die in der "ungewöhnlichen Perspektive" des Romans durchaus Potential gesehen hat.
2.) Wiebke von Thadden: "Tiza im Königsbann"
Kürzer, aber auch zustimmender bespricht Franca Klee diesen Jugendroman, der das Schicksal einer slawischen Fürstentochter darstellt, die es an den Hof Ottos des Großen verschlagen hat. Sie meint, dass der "Wunsch" der Autorin, dass dieses Buch Geschichte verlebendigen und die Ereignisse den Lesern näher bringen solle, durchaus "in Erfüllung" gegangen ist.