Goethes Briefe an Charlotte von Stein gehören zu den schönsten Liebeszeugnissen der Weltliteratur - und sie sind intime Dokumente über Goethes erstes Jahrzehnt in Weimar, über das er sich lebenslang in Schweigen gehüllt hat. Rückhaltlos vertraut er der Geliebten alle seine Zweifel und Ängste an, berichtet von Erfolgen und Niederlagen sowohl seiner künstlerischen als auch seiner gesellschaftspolitischen Arbeit am Weimarer Fürstentum. Vor allem aber erzählen diese Briefe von seiner Leidenschaft für die unerreichbare Frau. Sigrid Damm hat die weit über tausend Briefe neu gelesen und wie stets akribisch recherchiert. Entstanden ist ein einzigartiges, umfassendes Porträt des jungen Goethe im Alter zwischen sechsundzwanzig und sechsunddreißig. Sigrid Damm leuchtet die Hintergründe dieser ungewöhnlichen Liebe zu der sieben Jahre älteren Frau aus. Sie erzählt von ihren hochfliegenden Illusionen, der zauberhaften Intimität, von Alltagsnähe, Heiterkeit, ihren Spannungen, Beglückungen und den Ursachen des letztlich tragischen Scheiterns.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.12.2015
Kann man gut lesen, meint Rezensent Gustav Stein. Vor allem Anfänger, die die Liebesgeschichte zwischen Goethe und Frau von Stein noch nicht kennen, werden gut bedient, verspricht er, weil Sigrid Damm nicht vorgibt, diese Beziehung ganz zu durchschauen. Wie könnte sie auch, sind doch nur die Briefe Goethes überliefert - eine knappe Auswahl findet man im Buch -, die der Frau von Stein wurden von ihr zurückverlangt und vernichtet. Der liebeskranke Dichter hat einen ganz neuen Wortschatz für seine Seelenregungen geprägt, der heute noch unerhört modern wirkt, erklärt Seibt. Manchmal allerdings, gibt er auf den Titel starrend zu, denkt man dabei auch an eine rosafarbene Fernsehromanze.
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