Der vorliegende Band enthält die Briefe Goethes von 1785 bis zum Beginn seiner Reise nach Italien Anfang September 1786. Sie zeigen Goethe eingebunden in die Belange der Weimarer Residenz, des Hofes und der Administration, zugleich aber bemüht, Grenzen zu überwinden durch Dichtung und Wissenschaft, ein Konflikt, der den Entschluss zur Reise nach Italien reifen lässt. Die Fülle der Dienstgeschäfte beansprucht über Gebühr: Geheimes Consilium, Kammer, Wege- und Wasserbau, Güterzerschlagung, das Ilmenauer Bergwerk, der Beitritt Sachsen-Weimar und Eisenachs zum Fürstenbund. Die Naturlehre bleibt stete Herausforderung. Zu Anatomie, Geologie und Mineralogie tritt das Studium der Botanik. Der Roman Wilhelm Meisters theatralische Sendung wächst, ein neues Singspiel, Die ungleichen Hausgenossen , wird begonnen, und die Komposition Kaysers zu Scherz, List und Rache verlangt seine Aufmerksamkeit. Goethe reist des Sommers nach Karlsbad, und er bereitet die erste Ausgabe seiner Schriften im Göschen-Verlag vor. An all dem Anteil nehmend: Charlotte von Stein. Die 260 Briefe an sie bilden einen Hauptteil dieses Bandes und gewähren Einblicke in das Leben Goethes in seinem ersten Weimarer Jahrzehnt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2010
In der Herausgabe der strikt literarischen Werke von Goethe ist viel schon geleistet; auf dem Gebiet des anderen Schrifttums gibt's noch zu tun. Darum wird an einer vollständigen historisch-kritischen und also auch ausführlichst kommentierten Ausgabe der Briefe (14380 hat man; mit über siebzig Bänden rechnet man) noch ein Weilchen gearbeitet werden. Gustav Seibt ordnet den nun erschienenen dritten Teilband, der die Zeit vom Januar 1785 bis zum 3. September 1786 umfasst, in die Goethe-Editionsgeschichte fast ausführlicher noch als ins Leben des Schriftstellers ein. Goethe ist auf dem Sprung, am 3. September des Jahrs 1786 reist er ab Richtung Italien. Kaum einer ist eingeweiht. Er lässt briefliche Instruktionen zurück. "Unmittelbar" kann, wer will, diesen Moment, der Epoche machte im Leben des Dichters, nun erleben, stellt der Rezensent fest. An der Edition hat Seibt nichts auszusetzen, sonst hätte er es sicher vermerkt.
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