Im August 2020 jähren sich die Salzburger Festspiele zum 100. Mal. Keiner hat sie so geprägt wie ihr Mitbegründer Max Reinhardt. Wie durch ein Wunder ist bis heute etwas von dem Zauber, den Reinhardt in Salzburg hinterließ, zu spüren: an Sommerabenden, beim "Jedermann" auf dem Domplatz und auf seinem Wohnsitz Schloss Leopoldskron, das noch immer eine seiner heitersten und elegantesten Inszenierungen ist. Sibylle Zehle hat Briefe und Tagebücher in den Archiven zwischen Wien und Berlin gesichtet und ist den Spuren des Weltbürgers bis nach New York und Hollywood gefolgt. Sie beschreibt den großen Theatermann als Gastgeber, der eigentlich die Menschen scheute; als begnadeten Kommunikator, der nicht mehr als zwei, drei Duzfreunde zuließ; als einen Erfolgsverwöhnten, der tiefe Krisen durchlebte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.08.2020
Für Rezensent Simon Strauß strahlt Max Reinhardt noch immer Tatkraft aus. Allemal in Sibylle Zehles Biografie des Theatermannes, den die Autorin laut Strauß umfassend und mit Fokus weniger auf Werk und Wirkung als auf sein Lebensabenteuer zeigt. Die Fotos im Band tragen zur Lebendigkeit bei, so Strauß. Privates (Zahnputzorgien!) kommt im Buch nicht zu knapp. Dem Rezensenten, der Reinhardts leicht grimmigem Charme und seinem laut Harry Graf Kessler "verstockten Napoleongesicht" erliegt, scheint es zu passen.
Manuel Brug blättert gern in Sibylle Zehles "opulentem", zum hunderten Jubiläum der Salzburger Feststpiele erscheinenden Bildband über Max Reinhardt. Klug findet er das Arrangement der Bilder und die Begleittexte über den Gründer der Festspiele. Das Ziel der Autorin, die gespaltene Persönlichkeit sichtbar zu machen und zu verstehen und zu ihrem Kern vorzudringen, gelingt Zehle laut Brug mit subjektiven, aber kritischen Fragen, dem Erforschen der Korrespondenz und von Schloss Leopoldskron, dem Refugium des Regisseurs.
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