Alexander Moissi, Enrico Caruso und Rudolph Valentino ließen in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts Frauenherzen höher schlagen und beherrschten die Schlagzeilen der Zeitungen und Illustrierten. Moissi führte das Leben eines frühen Pop-Stars, Casanovas und Abenteurers. In den Stücken von Ibsen und Pirandello war er der Protagonist des modernen zerrissenen, morbiden Menschen und zugleich ein weltberühmter Shakespeare- und Tolstoi-Darsteller, denn der Tod war sein Markenzeichen. Keiner starb auf der Bühne so oft und so vollendet schön wie Moissi. Mit Max Reinhardt begründete er 1920 die Salzburger Festspiele und spielte den ersten "Jedermann". Als Exot in Deutschland geliebt und gehasst, gefeiert in den Metropolen Europas und Amerikas, stirbt Moissi 1935. Moissis Wiederentdeckung enthüllt eine der spannendsten europäischen Künstlerbiografien des 20. Jahrhunderts. Ein Schicksal, eine Karriere, so grausam und schön wie ein Märchen - die Geschichte vom Leben eines Mannes, der im Jahrhundert der Weltkriege und Völkermorde das Sterben als individuelle Kunst vorführte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.12.2000
Alexander Moissi war zwischen 1910 und 1930 der berühmteste deutsche Schauspieler. Thomas David ist von Rüdiger Schapers neuer Biografie ebenso begeistert wie vom Porträtierten. Unter Max Reinhardt wurde Moissi der Star der "längst vergessenen Schule der Theatraliker und Deklamationsartisten", so David, der an Schaper lobt, dass er kein chronologisches Gefitzel bietet, sondern ein Vexierbild herstellt, gleichermaßen "gewissenhaft und phantasievoll", in dem sogar David Bowie vorkommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 14.09.2000
Peter Iden, Theaterchefkritiker der FR, nimmt sich das Buch seines Kollegen vom Berliner "Tagesspiegel" vor: lobpreisend, mit wärmsten Empfehlungen für eine Biografie des Schauspielers Alexander Moissi, einem Heroen der Schauspielkunst zu Anfang des 20. Jahrhunderts, der mit seinem italianisierten Sprachduktus eher sang als sprach und alle in den Bann zog. Auch die Kritik, die seine fremdländische Art zunächst ablehnte. Außerdem konnte keiner so schön sterben wie er, bemerkt Iden, der dem Autor eine ungewöhnlich suggestive und einfühlsame Erzählweise zuschreibt. Schaper habe umfassend recherchiert und dem zerrissenen Lebensweg des internationalen Künstlers ebenso wie der politisch bewegten Epoche sensibel nachgespürt. Das Künstlerportrait als Zeitgeschichte.
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